Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
21. Mai 2013 21:59 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Rocksänger, Jon Bon Jovi, im Porträt Otto Konrad, Ex-Goalie und Neo-Politiker, im Porträt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Porträts Nächster Artikel Rocksänger, Jon Bon Jovi, im Porträt Otto Konrad, Ex-Goalie und Neo-Politiker, im Porträt
Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 20:30 UhrKommentare

János Áder, ungarischer Politiker, im Porträt

Ein Orbán-Mann der ersten Stunde.

Foto © Reuters

Studiert hat er, und, anders als bei seinem Vorgänger, scheint alles mit rechten Dingen zugegangen zu sein: János Áder wurde im April 2012 von Regierungschef Viktor Orbán als neuer Staatspräsident Ungarns nominiert. Der Mann mit dem prägnanten Schnauzbart soll damit Nachfolger des glücklosen Pál Schmitt werden, der nach dem Auffliegen seiner Abschreib-Affäre zurücktrat. Am 2. Mai wird das Parlament ihn mit Orbáns Zweidrittelmehrheit zum Präsidenten wählen. Er habe "alles gründlich erwogen", ließ Áder wissen, sei sich der Schwere der Aufgabe bewusst und habe sie dennoch angenommen. Leicht wird es tatsächlich nicht: Ungarn hat weiter heftig mit seinen Finanzen, inneren Grabenkämpfen und einem Vertrauensverlust im Ausland zu kämpfen.

Ein Kandidat, der als überparteilich durchgehen würde, ist Áder - trotz Versprechen Orbáns in diese Richtung - sicher nicht. Im Gegenteil: Erstmals nach mehr als 20 Jahren wird mit Áder ein Berufspolitiker das Amt des Staatsoberhaupts übernehmen. Entsprechend giftig reagierte die Opposition auf seine Nominierung. Anders als der mehr sportlich als politisch profilierte Schmitt bringt Áder reichlich Erfahrung mit: Als Gründungsmitglied der Fidesz ist er Orbán-Mann und Parteigetreuer der ersten Stunde. Áder hatte praktisch alle wesentlichen Funktionen der Partei inne: Während der ersten Regierung Orbán war er Parlamentspräsident; fünf Jahre lang führte er die Fidesz-Parlamentsfraktion an, 2002 übernahm er interimistisch auch den Parteivorsitz. Verheiratet ist Áder mit einer Richterin, die beiden haben vier Kinder.

Mit Viktor Orbán soll ihn eine Freundschaft verbinden - die allerdings nicht ohne Spannungen blieb: Nicht zuletzt deshalb soll er 2009 nach zwei Jahrzehnten als Abgeordneter in Budapest den Schritt nach Brüssel gewagt haben. Der Bruch ließ sich kitten. Wenngleich die 1988 gegründete Fidesz-Partei deutlich liberaler ausgerichtet war als heute, scheint Áder inhaltlich dennoch mit Orbán mitgezogen zu haben. Die umstrittene Justizreform etwa, mit der sich Ungarn in Europa Schelte einhandelte, trägt auch seine Handschrift. NINA KOREN


Weitere Artikel





    Seitenübersicht

    Zum Seitenanfang