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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 20:30 UhrKommentare

Jürgen Klopp, Fußballtrainer, im Porträt

Fußball-Dirigent Jürgen Klopp verwirklicht Dortmunds Titel-Träume.

Foto © Reuters

Manche Frauen sagen, Jürgen Klopp sei sexy. Viele Männer sagen, Jürgen Klopp ist einfach nur geil. Jürgen Klopp - das ist der Typ, der wie ein emotionsgeladener "Bekloppter" in einem Trainingsanzug an der Seitenlinie kilometerfressend herumhüpft und mit seinem breiten Repertoire an Grimassen für Erstaunen, Erheiterung und Angst in einem sorgen kann. Aber noch viel wichtiger: Jürgen Klopp ist der personifizierte Erfolg - und das zur Freude von Borussia Dortmund.

Obwohl der gebürtige Stuttgarter bereits 44 Jahre auf dem Buckel hat, steht er nach wie vor als Symbolfigur der jungen Trainiergeneration in Deutschland. Nach 18 Jahren als Spieler und Coach beim "Karnevalsklub" Mainz war es 2008 im Leben des Charismatikers Zeit für einen Umbruch. Hatte, wie im Nachhinein die Führung der Münchner zugab, sogar der große FC Bayern mit dem Engagement des grandiosen Fußball-Dirigenten spekuliert, so verschlug es Klopp stattdessen nach Dortmund.

Ein Aufeinandertreffen wie Liebe auf den ersten Blick. Jürgen Klopp und der Kultverein aus der Industriemetropole in Nordrhein-Westfalen - das passt einfach zusammen. Der Blondschopf mit dem Achttagebart kommt stets lässig und lächelnd in Jeans daher. Nicht abgehoben, viel mehr authentisch. Dies gepaart mit seinem chronischen Ausnahmezustand auf dem Spielfeldrand und dem schlagfertigen Herzen, das er auf der Zunge trägt, ergibt jenen Typen, den die Menschen im Revier lieben.

"Ich habe mir letzte Nacht beim Schweißen die Augen verblitzt", scherzte der studierte Sportwissenschaftler etwa, als er bei der letztjährigen Meisterfeier der Dortmunder nach durchzechter Nacht mit Sonnenbrille auf der Nase auftauchte. Hatten viele Experten Klopp und der Borussia nach diesem Meisterstück für die folgende Saison einen steinigen Weg prophezeit, so widerlegte dies der Meistermacher: Nach dem 1:0 über die Bayern greift Dortmund vier Runden vor Schluss mit sechs Punkten Vorsprung nach dem zweiten Titel in Folge. "Einige wollen uns noch in die Suppe spucken. Mal schauen, ob wir sie auch schlucken."

ALEXANDER TAGGER





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