David Alaba, Fußballprofi, im Porträt
Der Österreicher ist Bayern Münchens Durchstarter.

Foto © Reuters
Vor ein paar Monaten noch wäre Folgendes wohl nur sehr schwer vorstellbar gewesen: David Alaba, 19 Jahre jung, Österreicher und Fußballprofi im Dress von Deutschlands Rekordmeister Bayern München, wird am Samstag in der Meisterschaft geschont, damit er am Dienstag drauf in der Champions League topfit ist. Aber genau so ist es nun geschehen, daher kämpft der gebürtige Wiener nach einer schöpferischen Pause gegen den 1. FC Nürnberg am Wochenende am Abend des 3. Aprils 2012 mit Bayern gegen Marseille um den Einzug ins Halbfinale.
Der Bursche selbst, der bereits im Alter von 15 die Austria aus Wien verließ, um bei den Bayern sein Glück zu suchen, kommentiert seinen kometenhaften Aufstieg stets bescheiden und meist auch mit nur wenigen Worten. Was allerdings auch daran liegt, dass Reden (noch) nicht so ganz sein Ding ist. Verlässt der Jungstar das Trainingsgelände an der Säbenerstraße, verlässt er meist mit großen Kopfhörern über das Haupt gestülpt. Aus "Selbstschutz", wie die "Münchner AZ" schrieb. Und auch aus der Pressestelle der Bayern heißt es: "Mit einer größeren Interviewrunde tut man ihm keinen Gefallen." Da könne er die Nacht davor kaum ein Auge zutun.
Doch auf dem Platz, da ist der Sohn einer Philippinerin und eines Musikers aus Nigeria - Vater George landete in den 1990ern zwei Top-Ten-Hits in Österreich - umso abgebrühter. Bei Bayern in der Rolle des linken Verteidigers, der sich aber auch im defensiven wie im offensiven Mittelfeld pudelwohl fühlt. "Er ist ein Instinktfußballer", sagt Österreichs Teamchef Marcel Koller und baut in der im Herbst 2012 beginnenden WM-Qualifikation nicht zuletzt deshalb auf den mehrfachen Rekordhalter. Tatsächlich hält der Rohdiamant so einige: jüngster Bayernspieler der Klubgeschichte in Pokal, Meisterschaft und Champions League, jüngster Teamspieler in Österreichs Fußballgeschichte.
Mit zwölf Millionen Euro wird inzwischen der Marktwert des "Rohdiamanten" (Franz Beckenbauer) beziffert. "Mag sein", sagt Alaba, "aber das interessiert mich nicht. Ich will Fußball spielen und einfach noch viel lernen." ACHIM SCHNEYDER
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