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    Zuletzt aktualisiert: 29.03.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Pal Schmitt, Ungarns Staatspräsident, im Porträt

    Ungarns Präsident Pal Schmitt kam über die Sportpolitik und den Diplomatenweg Karriere. Die Aberkennung seines Doktortitels dürfte dem wendigen Politiker wohl nicht schaden.

    Ungarns Präsident Pal Schmitt

    Foto © ReutersUngarns Präsident Pal Schmitt

    Als Degenfechter war er es gewohnt, eine feine Klinge zu schlagen. Diese hat Pal Schmitt sich als Politiker bewahrt. Der 69-Jährige gilt als eher leiser Vertreter der rechtskonservativen Fidesz-Partei. Beobachter beschreiben den ungarischen Präsidenten als umgänglich, polyglott, weltgewandt, diplomatisch, loyal - für die Opposition gar ein wenig zu loyal gegenüber Premier Viktor Orban. Denn dank Orban hat Schmitt einen beachtliche Weg vorzuweisen. Vom Degenfechter zum höchsten Sportfunktionär, vom Karrierediplomaten zum Staatsoberhaupt. Doch nun rüttelt ein Relikt aus der Vergangenheit an seiner Bilderbuchkarriere: Er hat wegen einer Plagiatsaffäre seinen Doktortitel verloren.

    Politischer Überlebenskünstler

    Doch Schmitt ist ein politischer Überlebenskünstler, selbst den Systemwechsel 1989 überstand er bruchlos, erst im Internationalen Olympischen Komitee, später als Botschafter in der Schweiz und in Spanien. Dann auch den Rechtsschwung Ungarns. Das erstaunt, war doch die Truppe um Orban mit dem erklärten Ziel angetreten, das kommunistische Erbe ein für alle Mal zu beerdigen. Doch der wendige Schmitt, EU-Abgeordneter für die Fidesz und danach Präsident des Landesparlaments, wurde einer von ihnen.

    Bekannt wurde Schmitt als Teil des ungarischen Fechtteams, das 1968 und 1972 die olympische Goldmedaille gewann. Nach seiner aktiven Laufbahn ging er erst in die Sportpolitik und machte dann Karriere als Diplomat. Bei seiner Doktorarbeit war er bereits Präsident des Nationalen Olympischen Komitees - ein Amt, das er bis heute innehat.

    Journalisten hatte Anfang des Jahres aufgedeckt, dass er seine Dissertation größtenteils aus einem Werk des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew und des deutschen Soziologen Klaus Heinemann abgeschrieben hat. Die Abwälzung der Verantwortung auf die Doktorväter und die Universität dürfte Kritiker des Präsidenten, der als Vertrauensmann Orbans gilt, in ihrer Vermutung bestärken, dass das umstrittene Staatsoberhaupt "reingeschwaschen" werden soll.

    INGO HASEWEND





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