Josef Winkler, Literat, im Porträt
Seine "Klagenfurter Rede zur Literatur", die weit über die Eröffnung des Bachmann-Bewerbs für Furore sorgte, war Motivation für Winkler, sich regelmäßig und konsequent als politisch schreibender Kopf zu melden.

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Vieles, was ihm in den letzten Jahren widerfahren ist, hätte sich der Bauernbub aus der "sprachlosen Welt" (so nennt Josef Winkler sein Elternhaus) nie träumen lassen: Auszeichnungen, nahezu am laufenden Band, zuletzt 2008 den Georg-Büchner-Preis. Ein Jahr später das Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt, an der Josef Winkler in den 1970er Jahren als Schreibkraft angestellt war.
Seine "Klagenfurter Rede zur Literatur", die weit über die Eröffnung des Bachmann-Bewerbs für Furore sorgte, war Motivation für Winkler, sich regelmäßig und konsequent als politisch schreibender Kopf zu melden. Seit den wortgewaltigen Pamphlets grüßen den Literaten, der sich samstags gern im Gewusel des Klagenfurter Benediktinermarktes bewegt, wildfremde Leute auf der Straße, in den Gastgärten und Strandbädern machen kopierte Zeitungsseiten mit seinen Texten die Runde.
Am Boden bleiben will Josef Winkler auch als Präsident des Österreichischen Kunstsenats (offizielle Verlautbarung durch Bundesministerin Claudia Schmied im April 2012), für ihn "kein Amt, sondern eine Aufgabe".
Und weil Winkler 1979 nach dem Bachmann-Preis mit Hilfe von Martin Walser "direkt vom Kameringer Misthaufen ins goldene Fegefeuer von Frankfurt" und zum Suhrkamp-Verlag gesprungen ist, will er sich in der neuen Position für große, junge Literatur einsetzen. Als "meine Dankabstattung für den bisherigen Luxus," sagt der begeisterte Kinogeher und Indienreisende.
In dem auf 21 Mitglieder begrenzten Gremium sitzen ausschließlich Staatspreisträger wie Ilse Aichinger, Christian Ludwig Attersee, Friederike Mayröcker, Gerhard Rühm und - der bisherige Präsident - Architekt Hans Hollein.
Der Präsident wird für drei Jahre gewählt, der Kunstsenat trifft sich drei- bis viermal im Jahr. Bleibt also Zeit für das nächste Indien-Abenteuer mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Christine Schwichtenberg, und den Kindern Kasimir (16) und Siri (9) im Sommer. USCHI LOIGGE
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