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    Zuletzt aktualisiert: 01.03.2012 um 09:22 UhrKommentare

    Michail Chodorkowski, Häftling, im Porträt

    Michail Chodorkowski (48) ist im Web und im Kino präsent.

    Milliardär und Dauerhäftling: Michail Chodorkowski

    Foto © ReutersMilliardär und Dauerhäftling: Michail Chodorkowski

    Fotos, auf dem man ihn ohne Gitterstäbe gesehen hat, sind älteren Datums: 2003 wurde Michail Chodorkowski, damals eben Vierzig, von einer Spezialeinheit in Nowosibirsk verhaftet. 2005 wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu neun, nach Revision dann zu acht Jahren Haft verurteilt. Im Feber 2009 wurde ihm ein weiterer Prozess gemacht, in welchem er sechs weitere Jahre ausfasste. Derzeit sitzt Michail Chodorkowski in einem Straflager in Karelien.

    Bei der vorjährigen Berlinale sorgte ein Film über den Fall für Aufsehen, der nun auch in unseren Kinos anläuft: "Khodorkovsky" von Cyril Tuschi, der sich äußerst kremlkritisch mit dem Fall auseinandersetzt (siehe auch Kulturseiten). Tuschi hat dafür mittlerweile etliche Preise gewonnen, im Dezember lief die Doku auch in russischen Kinos.

    Der studierte Chemiker hatte wirtschaftlich enorme Fortüne und politisch ein Riesenpech. Noch unter Michail Gorbatschow konnte er als Funktionär des Jugendbundes Komsomol konnte er erstmals Marktmechanismen im Kleinen studieren. 1989 wurde Chodorkowski Chef der Innovationsbank, kaufte wenig später eine bis dahin staatliche Firma, taufte sie auf den Namen Menatep und machte diese durch geschickte Investments ziemlich bald bedeutend.

    Der größte Coup gelang mit der Mehrheitsübernahme des Ölunternehmens Yukos in den wilden Tagen der Herrschaft von Boris Jelzin. Damals wuchsen die so genanten Oligarchen heran, deren bekanntester zurzeit wohl Roman Abramowitsch ist. Er und etliche andere leben längst im westlichen Ausland. Chodorkowski, dereinst reichster aller Russen, zog es indessen stets in seine Heimat zurück.

    Sein Ungemach begann 1999, als er sich massiv für die Opposition einsetzte, die liberale Partei Jabloko finanzierte und den Kreml der Korruption zieh. Wladimir Putin ließ ihm einige Warnungen zukommen. Chodorkowski schlug sie in den Wind. Er scheint ungebrochen: Dieser Tage rief er aus der Haft dazu auf, Putin nicht zu wählen.

    FRIDO HÜTTER





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