Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 30. September 2014 15:54 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Miguel Arias Cañete, Klimakommissar, im Porträt Wolf Haas, Autor, im Porträt Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Porträts Nächster Artikel Miguel Arias Cañete, Klimakommissar, im Porträt Wolf Haas, Autor, im Porträt
    Zuletzt aktualisiert: 24.02.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Christian Kolonovits, Pop-Legende, im Porträt

    Christian Kolonovits: Mastermind des Austropop

    Foto © TOPPRESS/SCHÖNDORFER Christian Kolonovits: Mastermind des Austropop

    Er saß da am Esstisch. Der Zeigefinger seiner linken Hand klopfte einen Rhythmus aufs Holz. Er selbst summte ein paar Töne dazu. Seine mit einem Bleistift bewehrte Rechte warf unablässig Noten auf ein Blatt. Und eine halbe Stunde später war ein neuer Song für die "Milestones" fertig. Das war Mitte der siebziger Jahre, Christian Kolonovits war der Tastenspieler der Band.

    Wobei das eigentlich schon damals zu kurz griff: Die 1973 von ihm kuratierte LP "Emigration" veredelte den luftigen Folkie-Sound der "Milestones" zu einem Konzeptalbum. Der Jungspund aus dem burgenländischen Rechnitz wurde eine Art österreichischer Phil Spector, der dem damals recht elenden Austropop akustisch in Brokat und Samt kleidete. In der Studiolegende Peter Müller, fand Kolonovits einen kongenialen Mittäter.

    So gut wie keiner aus der Gründerzeit des Austropop wollte oder konnte an ihm vorbei. Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Peter Cornelius, Rainhard Fendrich, Ludwig Hirsch, STS, Maria Bill, Stefanie Werger, EAV, Tony Wegas, Franz Morak, Opus u. a. versicherten sich seiner Dienste als Arrangeur und Produzent. 1974 arbeitete er in Deutschland auch für Supermax, Boney M. und Stephan Remmler.

    Seinen nachhaltigsten Erfolg als Komponist bescherten ihm "Waterloo & Robinson" mit der wunderbaren Cineasten-Schnulze "Hollywood". Mit dem Song Contest-Beitrag "Maria Magdalena" landeten er und Tony Wegas 1993 aber bloß auf Platz 14.

    Doch Kolonovits, eine asketisch angelegte Erscheinung mit still-sanftem Gemüt, wollte es noch ein bisschen dicker: Ab 1986 interpretierte er gemeinsam mit den Wiener Symphonikern als "Vienna Symphonic Project" berühmte Rockmelodien im X-large-Format. Und die letzten beiden Abende von Opus At The Opera in Graz hatten nicht zuletzt dank ihm Orchesterqualität.

    Vor drei Jahren schrieb Kolonovits selbst eine Oper für Kinder: Sie hieß "Antonia und der Reißteufel" und wurde in der Wiener Volksoper recht erfolgreich aufgeführt. Wer weiß, vielleicht erleben wir ihn ja auch noch im großen Haus am Ring.

    FRIDO HÜTTER

    Zur Person

    Christian Kolonovits, geboren am 25. Februar 1952 in Rechnitz.

    Klavierunterricht mit fünf Jahren.

    Erste Band: The Milestones.

    Studium Klavier, Cello, Dirigieren und Komposition in Wien.

    Produzent, Komponist und Arrangeur zahlreicher österreichischer Pop-Stücke.





    Seitenübersicht

    Zum Seitenanfang
    Bitte Javascript aktivieren!