Karl Markovics, Schauspieler, im Porträt
Karl Markovics (48) ist sechsfach für den Filmpreis in Wien nominiert.

Foto © APA I PfarrhoferKarl Markovics
Am Wiener Max-Reinhardt-Seminar wollten sie ihn nicht. Wer diese Entscheidung traf, ist mittlerweile wahrscheinlich vor Scham vergangen. Sowohl als Schauspieler, wie auch als Regisseur hat, Karl Markovics einen wahren Triumphzug hinter sich.
Dass der Sohn einer Verkäuferin und eines Bus-Chauffeurs doch noch auf die Bühne gelangte, ist Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits zu verdanken. Die beiden Theatergenies nahmen Markovics 1982 in ihr mittlerweile legendäres Serapions-Ensemble auf, wo er fünf Jahre lang verblieb. Zumal dort Worte wenig und gesamtkörperlicher Ausdruck sehr viel gelten, hält Markovics die Zeit bis heute für die prägendste seines Berufslebens.
Ab den neunziger Jahren tauschte sein markantes Gesicht immer wieder in Filmen auf. Wirklich bekannt wurde Karl Markovics aber 1994 in der TV-Serie "Kommissar Rex". Er spielte seinen Part als Inspektor Stockinger so überzeugend, dass ihm danach unter diesem Namen sogar eine eigene Serie beschert wurde.
So wie sein Ex-Kollege Tobias Moretti mochte sich der Vielkönner aber nicht mit einem TV-Klischee bescheiden. Markovics wirkte in diversen Kinofilmen mit, spielte große Rollen in der Josefstadt und am Volkstheater und begann selbst zu inszenieren.
Weltbekannt wurde er 2007 durch seine Schauspielleistung in "Die Fälscher", für die Regisseur Stefan Ruzowitzky einen Oscar erhielt.
Auch für Karl Markovics regnete es in der Folge Preise. So bekam er zweimal die Romy, 2008 als Erster den Großen Schauspielpreis der Diagonale, einen Nestroyring etc.
Seine erste, international mehrfach prämierte Regie-Arbeit "Atmen" ist beim Österreichischen Filmpreis 2012 in sechs (von 13) Kategorien nominiert. Am Freitag werden die Preisträger bekannt gegeben. Markovics zählt übrigens zu den Initiatoren dieses Bewerbes.
Sein Privatleben hält er nicht geheim aber aus den Schlagzeilen. Er lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Stephanie Taussig und zwei Adoptivkindern (aus Indien) in der Nähe von Wien.
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