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Zuletzt aktualisiert: 19.12.2011 um 20:30 UhrKommentare

Kim Jong-un, Nordkoreas neuer Machthaber, im Porträt

Der geheimnisvolle Nachfolger: Kim Jong-un steht nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il an der Spitze Nordkoreas.

Kim Jong-un

Foto © APKim Jong-un

Über Kim Jong-un ist wenig bekannt. Sein Geburtsjahr wird je nach Quelle mit 1982, 1983 oder 1984 angegeben. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in der Schweiz, wo er in der nordkoreanischen Botschaft lebte und die Internationale Schule Bern besuchte. Demnach müsste er über gute Englisch-Kenntnisse sowie einige Deutsch- und Französisch-Kenntnisse verfügen. Mitschüler kolportierten, der Diktatorensohn liebe Basketball sowie Actionfilme und sei bei seinen internationalen Klassenkameraden beliebt gewesen. Die "Washington Post" wusste zu berichten, dass der junge Kim gerne Ski fuhr und Belgiens Actionfilm-Held und Hollywood-Muskelprotz Jean-Claude Van Damme verehrte.

Schulleiter Peter Burri beschrieb seinen geheimnisvollen Schüler als sehr fleißig. Er habe "mit Hingabe alles bearbeitet". Als "geheimnisumwoben" hat ihn auch eine seiner Lehrerinnen in Erinnerung. Eines Tages habe er ihr kurz und knapp eröffnet, dass heute sein letzter Schultag sei. Dann war er weg.

Das war 1998. Kim verließ die Schule angeblich ohne Abschluss und verschwand in Nordkorea, wo bis auf vereinzelte Berichte über gemeinsame Inspektionsreisen mit seinem Vater lange Jahre nichts von ihm zu hören war. Im Mai 2009, unmittelbar nach Nordkoreas zweitem Atombombentest, informierte das Regime dann seine Auslandsvertretungen über die Wahl des Machterben. Im September 2010 wurde er auf einem Sonderparteitag in den Rang eines Vier-Sterne-Generals erhoben und in führende Parteigremien befördert.

Als Mentoren sollen ihm die Schwester seines Vaters, Kim Kyoung-hui, sowie deren Mann Chang Song-taek dienen und die Macht des Kim-Clans absichern. Chang war bisher Kim Jong-ils Stellvertreter in der Nationalen Verteidigungskommission, der wichtigsten Machtzentrale. In der Armeeführung soll die Beförderung von Kim Jong-un auf große Vorbehalte gestoßen sein.

Auch Nordkoreas wichtigster politischer Verbündeter, China, soll sich gegen die dynastische Erbfolge ausgesprochen haben und für eine Kollektivführung der Arbeiterpartei plädiert haben. BERNHARD BARTSCH






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