Franco Foda, Fußball-Trainer, im Porträt
Franco Foda wird nach 15 Jahren den Traditionsklub SK Sturm verlassen.

Foto © GEPAFranco Foda
Sich selbst beschreibt er als Realist, mit beiden Beinen im Leben stehend. Franco Foda wirkt unnahbar, stets nach Perfektion strebend, ohne jeden Makel, wortgewandt. Das ist der Fußball-Trainer Franco Foda. Ein Zeitgenosse, der unangenehm sein kann, weil er seinen Weg geht, ehrgeizig den Erfolg sucht. "Ich teile aus, kann aber auch einstecken", sagt Foda. Seine deutsche Gründlichkeit hat er auch nach 15 Jahren in Graz nicht abgelegt. Kann er nicht, will er auch nicht. Trotzdem fühlt er sich als Steirer.
Es gibt aber auch den privaten Franco Foda - ein Genussmensch mit Humor und karitativer Ader, mitunter nachdenklich. Einer, der sein ganz eigenes Lebensmotto hat. "Unten ist nicht oben und oben ist nicht unten. Aber wenn ich unten bin, ist unten oben. Das heißt erstens, nie aufgeben, und zweitens, dass man immer positiv denken muss", erklärt Foda seine Philosophie. Das deutsche Fußball-Magazin "Kicker" charakterisiert ihn mit den Worten: "Temperamentvoll, impulsiv, immer willens, die Kollegen mitzureißen." Er selbst legt sehr viel Wert auf Ehrgeiz, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit. Typisch deutsch.
Doch wie deutsch ist Franco Foda eigentlich? Im 45-Jährigen steckt mehr Italiener, als man glauben möchte. Foda ist der Sohn einer deutschen Mutter aus Mainz und eines italienischen Vaters aus Venedig. Bis zu seinem siebenten Lebensjahr besaß er die italienische Staatsbürgerschaft.
Foda ist mit zwei Brüdern und einer Schwester "in einfachen Verhältnissen" in Mainz aufgewachsen und entdeckte seine Liebe zum Fußballspielen mit sechs Jahren. Seiner Liebe fürs Leben gab er Jahre später das Jawort: Mit Gattin Andrea ist er nun 25 Jahre verheiratet. Seine beiden inzwischen erwachsenen Söhne Sandro (21) und Marco (19) sind - wie einst der Herr Papa - auch Fußballer beim SK Sturm.
Nun aber geht die im Jahr 1997 begonnene schwarz-weiße Ära zu Ende, weil mit Sturm kein Vertrag zustande gekommen ist. Für Trainer Foda ist es ein Teil des Fußballgeschäfts. Der Mensch Foda muss es erst verdauen.
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