Nicholas Ofczarek, Schauspieler, im Porträt
Er hat eine mimische Fähigkeit, die nur den ganz Großen seines Fachs gegeben ist: Eben noch bubenhafter Bussibär kann Nicholas Ofzcarek zum Angst einflößenden Dämon mutieren, ohne dass man den genauen Moment der Verwandlung feststellen könnte. Allenfalls Jack Nicholson oder Klaus-Maria Brandauer haben diesen Kniff auch so gut drauf.

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In seinem Film "Am Ende des Tages" kann er das regelrecht austoben: Vom charmanten Gesprächspartner einer ahnungslosen Politikersgattin zum tobenden Psychopathen ohne Beißhemmung ist nur ein kleiner Schritt.
Der 40-jährige Burgschauspieler stammt aus einer Bühnenfamilie. Die Ofzcareks wirkten als Opernsänger in Graz, Zürich und Wien: "Wenn meine Eltern noch um zwei Uhr nachts in der Küche probten dachte ich, das ist das ganz normale Leben. Das hat ihn nicht abgeschreckt, sondern ganz im Gegenteil für diesen Beruf regelrecht erhitzt.
Schon während der Schauspielausbildung in den frühen Neunzigern spielte er zahlreiche Rollen an kleinen Wiener Off-Bühnen. 1994 sicherte sich Claus Peymann dieses Talent für sein Burgtheater. Dort wurden ihm vorerst vor allem Rollen in Nestroy-Stücken zuteil. Der hintersinnige Humor dieses Autors war für Ofzcarek ein tolles Training.
Zweimal hat Ofczarek den begehrten "Nestroypreis" erhalten. Unter der Regie von Martin Kuej gelangen ihm legendäre Paraderollen: Etwa der Zawisch im König Ottokar oder der junge Grenzjäger im Weibsteufel.
Seit 2010 regiert er als Jedermann den sommerlichen Salzburger Domplatz. Wie jeder seiner Kollegen zuvor ist der damit verbundene Rummel eine neue Dimension für ihn. Ofczarek bewältigt ihn auf seine Art: "Man kann daraus ja auch Energie ziehen", sagte er, "und wenn es Energie zu rauben beginnt, kann ich mich ganz gut wehren."
FRIDO HÜTTER
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