Gerlinde Kaltenbrunner, Bergsteigerin, im Porträt
Erst mit 13 Jahren entdeckte Kaltenbrunner die Leidenschaft für die Berge.

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Am 23. August 2011 um 18.18 Uhr Ortszeit erreichte Gerlinde Kaltenbrunner den Gipfel des K2. Dreimal war sie bereits am zweithöchsten und technisch anspruchsvollsten Berg der Welt gescheitert. Mit dem Gipfelsieg hat sich Kaltenbrunner an diesem Tag einen Platz in den Chroniken gesichert. Die Oberösterreicherin ist die erste Frau, die sämtliche 8.000er der Erde ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen hat.
Und das, obwohl Kaltenbrunner erst mit 13 Jahren den Spaß am Klettern entdeckte - für spätere Profibergsteiger relativ spät. Entfacht wurde Kaltenbrunners Leidenschaft für das Klettern in den 80er-Jahren von Erich Tischler, damals Gemeindepfarrer und Leiter der Jugendgruppe von Spital an der Pyhrn, geweckt. Nach den sonntäglichen Messen nahm der Geistliche den Teenager auf zahlreiche Bergtouren in ihrer Heimat mit. Nach einem Gipfelsieg am "Sturzhahn" (2028 m) im Toten Gebirge entwickelt sich das Klettern zu ihrem Hauptinteresse. Bald meisterte die Oberösterreicherin schwierige Schi-, Eis- und Klettertouren. Nebenbei schloss sie in Wien die Ausbildung zur Krankenschwester ab.
Die magische Achttausender-Grenze überschritt die damals 23-Jährige erstmals 1994 am Broad Peak, als sie den 8027 Meter hohen Vorgipfel erreichte. Von da an konnte sie von der Höhenluft nicht mehr genug bekommen, ehe sie sich im neuen Jahrtausend mitten im Wettkampf um den Titel "Erste Frau auf allen 14 Achttausendern" wiederfand. Diesen Wettstreit verlor sie gegen Oh Eun-Sun aus Nordkorea. "Wenn es mir um den Rekord ginge, hätte ich überall die leichteste Route genommen", sagte sie dazu. Doch nicht nur für die höchsten Berge, auch für Kultur und Menschen, die dort wohnen, schlägt Kaltenbrunners Herz. Zahlreiche Hilfsprojekte, etwa für Pakistan, unterstützt sie mit voller Hingabe.
Den schmalen Grat zwischen Leben und Tod am Berg hat die Profibergsteigerin bereits am eigenen Leib erfahren. 2007 hatte eine Lawine ein Zeltlager am Dhaulagiri in 6650 Meter Höhe erfasst. Kaltenbrunner konnte sich aus den Schneemassen befreien, zwei Spanier kamen neben ihr ums Leben. Ebenso keine Rückkehr vom Berg gab es 2010 für Fredric Ericsson. Der Schwede stürzte am K2 vor Kaltenbrunners Augen 1000 Meter tief ab. RAINER BRINSKELLE
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