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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2011 um 20:30 UhrKommentare

Lobsang Sangay, Tibets Exilregierungschef, im Porträt

Lobsang Sangay ist Chef von Tibets Exilregierung.

Lobsang Sangay

Foto © ReutersLobsang Sangay

Lobsang Sangay, Premier der tibetischen Exilregierung, ist in Indien geboren. Seine Eltern waren 1959 vor der chinesischen Besatzung geflohen und lernten sich in Indien kennen. In demselben Jahr hatte auch der Dalai Lama, das Oberhaupt der Tibeter, mit hunderttausend Landsleuten das Hochland im Himalaya verlassen und war nach Dharamsala geflüchtet.

In Tibet war Sangays Vater ein buddhistischer Mönch, in Nordindien schlug sich die Familie mit kleinen Geschäften durch. Nach dem Schulabschluss studierte Sangay an der Universität Delhi. Dort engagierte er sich im Tibetischen Jugendkongress, einer der radikaleren Gruppen, die die Unabhängigkeit Tibets von China forderte - anders als der Dalai Lama, der nur für eine echte Autonomie seiner Heimat innerhalb des chinesischen Staatsverbandes eintritt.

1995 bekam Sangay ein Stipendium für die amerikanische Top-Universität Harvard. Dort promovierte der Jurist. Mit Ehefrau und Tochter lebte er bei Boston und arbeitete als Wissenschaftler in Harvard. Dort erreichte Sangay auch die Nachricht von seiner neuen Aufgabe: Bei der Wahl zum Exil-Premier vereinigte er 55 Prozent der Stimmen auf sich.

Nach seinem Wahlsieg Ende April 2011 kündigte Sangay an, der politischen Linie des Dalai Lama zu folgen und für Tibet wirkliche Autonomie zu fordern. Aus den USA ist er nach Dharamsala zurückgekehrt, wo die von keinem Land der Welt anerkannte Exilregierung ihren Sitz hat. Am 8. August 2011 wurde Lobsang Sangay als neuer Chef der tibetischen Exilregierung vereidigt.

ERNST HEINRICH





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