Jens Stoltenberg, Premier von Norwegen, im Porträt
Norwegens Premier Jens Stoltenberg im Porträt.

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Kaum jemand hatte nach der "Katastrophenwahl" der norwegischen Arbeiterpartei im Jahr 2001 gedacht, dass es Jens Stoltenberg, dem Sohn des früheren Außenministers Thorvald Stoltenberg, gelingen würde, vier Jahre später erneut Regierungschef zu werden - und schon gar nicht, dass ihm 2009 die Wiederwahl mit der von vornherein als eher wackelig eingeschätzten rot-grünen Koalition unter Gewinnen der eigenen Partei gelingen könnte.
Bald nach seinem Debüt als Abgeordneter im Jahr 1989 machte der schon damals für seine sympathische und ruhige Art bekannte Sozialökonom steile Karriere. Unter Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland war er zunächst Umwelt-Staatssekretär (1990-1993), ein paar Jahre später Industrie- und Finanzminister (1996-1997). Im internen Machtkampf um die Brundtland-Nachfolge unterlag er zunächst Thorbjörn Jagland, der 1997 die Regierung an den evangelischen Pfarrer Kjell-Magne Bondevik von der Christlichen Volkspartei abgeben musste.
Seine erste Chance als Regierungschef erhielt er im Jahr 2000, als die Regierung Bondevik über den umstrittenen Ausbau von Gaskraftwerken gestolpert war. 2001 war der Ministerpräsidentenzauber nach den schweren Verlusten der Arbeiterpartei für ihn allerdings vorerst wieder vorbei. Stoltenberg konnte sich dennoch an der Spitze der Sozialdemokraten halten. Er gilt als Vertreter des Mitte-Flügels der Sozialdemokraten, lange Zeit genoss er den Ruf eines "norwegischen Tony Blair". Diese Charakterisierung brachte ihm unter anderem die Teilprivatisierung des staatlichen Mineralölunternehmens Statoil ein sowie die Loslösung der Krankenhäuser aus der Gemeindeverwaltung. Der ehemalige Umweltpolitiker Stoltenberg war es auch, der grünes Licht für die Ausbeutung neuer Erdölvorkommen im Nordmeer gab.
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