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Zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 um 18:14 UhrKommentare

Brauchtum wird gebraucht

Das Osterfest bedeutet mehr als Schokoladehasen und bunte Eier. Gerade Kärnten ist sehr reich an traditionellen und mitunter sehr kuriosen Osterbräuchen. Die Kleine Zeitung DIGITAL hat mit dem Brauchtumsexperten Wolfgang Lattacher gesprochen.

Foto © KLZ/Koscher

"Zu Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu, im Laufe der Jahrhunderte haben sich viele Rituale und Bräuche herauskristallisiert", erklärt der Leiter des Kärntner Heimatwerkes, Wolfgang Lattacher.

Schutz vor Schlechtwetter

Palmbesen und die Weihkorbdecke sind wohl die bekanntesten Ostertraditionen. "Allerdings wissen die wenigsten, dass es in Unterkärnten den Palmbuschen gibt, während in Oberkärnten der Palmbesen verwendet wird", so der Brauchtumsexperte. Interessierte können sich die zwei verschiedenen Arten beim Brauchtumslehrpfad des Heimatwerkes beim Ostermarkt am Neuen Platz ansehen. Nicht vielen bekannt ist wohl auch die ursprüngliche Bedeutung der Weihkorbdecke, die heute vor allem ein Schmuckelement ist. "Wenn Schlechtwetter aufzog, hingen die Bauern sie auf einen Zaun, um Schäden auf den Feldern abzuwenden", sagt Lattacher. Bestickt sind traditionelle Decken mit dem Christusmonogramm IHS oder der Darstellung eines Lammes mit der Fahne des auferstandenen Christus.

Ein weniger bekannter und noch relativ junger Brauch ist die Osterkerze für den privaten Gebrauch. "Hier wird eine Kerze am Ostertisch platziert, die das älteste Familienmitglied entzünden darf", so Lattacher. Dieses Ritual wird gerne als Ersatz für das Tischgebet verwendet.

Wer nach der Jause am Karsamstag noch immer nicht in richtiger Osterstimmung ist, der kann das traditionelle Fackeldrehen in Gösseling besuchen. In dem kleinen Ort am Fuße der Burg Hochosterwitz feiert man das Osterfest auf eine besonders eindrucksvolle Weise. In der Osternacht werden Riesenfackeln von jungen Männern über die Felder und Wiesen getragen, um diese vor Unwettern zu bewahren und für eine gute Ernte zu bitten.

Eier werfen

Besonders kurios mutet das "Antlass-Eier"-Werfen an. Zunächst sollte man wissen, dass das Wort Antlass, sich auf "entlassen" bezieht. Lattacher: "Früher mussten Büßer ab Aschermittwoch in Sack und Asche umherstreifen, erst am Gründonnerstag wurden sie aus ihren Sünden entlassen." Deshalb steht der Gründonnerstag für Aufbruch und Neuerung und jedes Ei welches am Gründonnerstag gelegt wird, ist ein "Antlass-Ei". Dieses Ei wurde früher über das Haus geworfen, in der Hoffnung, dadurch einen magischen Schutzkreis entstehen zu lassen.

Wem das Eier-Werfen nicht ganz behagt, der kann es aber laut Lattacher auch vor der Haustür eingraben oder auf dem Dachboden mit Tüchern befestigen. Welche Bedeutung das Osterfest und seine Bräuche heute haben? "Wir leben in einer Zeit des Rationalismus, die Seele kommt dabei zu kurz. Der Mensch ist aber zu 90 Prozent ein Gefühlswesen und 'braucht' mitunter die Romantik des Brauchtums", meint Experte Lattacher

KARIN FRITZL

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Die Fastenzeit

APA/Roland Weihrauch

Der Beginn. Die 40-tägige Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch.

Das Ende. Die Zeit der Enthaltsamkeit endet mit der Auferstehungsfeier am Karsamstag.

Symbole. Riten, Bräuche und Symbole der Fastenzeit sind das Aschenkreuz, die Fastensuppe, die "stummen" Glocken, die Fleischsegnung und schließlich die Auferstehungsfeier.

 


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