Ältestes Fastentuch Kärntens im Gurker Dom
Im Dom zu Gurk wurde das Fastentuches aufgeszogen.

Foto © kk/Stiftspfarre GurkGurker Fastentuch, Szene "Jona im Fischbauch"
Im Rahmen der Aschermittwochsliturgie mit Austeilung des Aschenkreuzes im Gurker Dom wurde am Mittwoch das Gurker Fastentuch, das älteste und zugleich größte der erhalten gebliebenen Fastentücher Kärntens, aufgezogen. Die liturgische Feier begann um 18 Uhr in der Oberkirche, in dessen Mitte das Fastentuch aufgezogen wird. Die Predigt stellte Stiftspfarrer Kan. Msgr. Mag. Gerhard Christoph Kalidz unter das Thema "Jona im Fischbauch". Nach der Prozession in die Hauptkirche erfolgte die Austeilung des Aschenkreuzes. Im Anschluss an die liturgische Feier lud die Stiftspfarre Gurk zur Agape im Gang des Stiftes ein.
Mittelalterliche Malkunst.
Das Gurker Fastentuch, um 1458 von Meister Conrad von Friesach fertig gestellt, zählt zu den bedeutendsten europäischen Zeugnissen mittelalterlicher Malkunst. Es enthält 99 szenische Darstellungen auf rund 89 Quadratmetern Leinentuch. Auf zwei vertikal voneinander getrennten Teilen stellen sie in einer Folge von Rechteckfeldern alttestamentarische und neutestamentarische Szenen in einer Auswahl nach dem "Heilsspiegel" und der "Biblia Pauperum" dar.
Besonderheit. Bedeutende kirchenpolitische Ereignisse waren Anlass für die Bestellung dieses kostbaren, aber noch völlig in der Tradition des späten 14. Jahrhunderts stehenden Fastentuches bei Conrad von Friesach, dem ausführenden Künstler. Eine Besonderheit ist die Einbeziehung außerbiblischer Gestalten, wie etwa Alexander der Große, Caesar und Augustus. Darüber hinaus zeigen Bilder auch das legendenhafte Martyrium der Propheten Jesaja, Jeremia und Ezechiel. Alle Darstellungen sind aber hingeordnet auf Christus.
Features
Informationen
Das Gurker Fastentuch ist von Aschermittwoch bis Karsamstag, täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen. Es werden auch täglich Führungen angeboten.
Information: Stiftspfarre Gurk, Tel. 04266 / 8236-12










