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    Zuletzt aktualisiert: 17.12.2007 um 17:19 Uhr

    Alimente für Kuckuckskind bezahlt

    Sechs Jahre lang hat unser Leser an seinen vermeintlichen Sohn Unterhalt bezahlt; kürzlich hat ein Test ergeben, dass er nicht der Vater ist.

    Foto © APA / Ralf Hirschberger

    "Das Kind hat ihm überhaupt nicht ähnlich gesehen", sagt die Großmutter. Trotzdem sei ihr Sohn in den letzten sechs Jahren fest überzeugt davon gewesen, dass er der Vater des Buben wäre. Und brav habe er seine Alimente gezahlt. Rund 11.000 Euro im Laufe der Zeit. Gesehen hätte er das Kind wenig, denn die Beziehung sei bald zerbrochen. Aber dennoch habe er um sein Besuchsrecht gekämpft.

    Test. Zuletzt sind aber Zweifel aufgetaucht. Also hat er einen Test machen lassen. "Und dieser hat eindeutig ergeben, dass er nicht der Vater ist!", berichtet die Frau. Und jetzt will der Mann sein Geld zurück, das er jahrelang irrtümlich an das Kuckuckskind bezahlt habe. Entweder von der Mutter, die "ihn absichtlich in die Irre geführt hat" oder vom tatsächlichen Vater. Doch das dürfte nicht so einfach sein. Denn inzwischen ist ein anonymer Brief aufgetaucht, in dem behauptet wird, dass noch eine Reihe anderer Männer als Väter in Frage kämen. "Das kann sich mein Sohn ja nicht leisten, dass er alle möglichen Männer verklagt", so die Frau.

    Den Vater verklagen. "Möglich wäre es jedenfalls, den tatsächlichen Vater in die Pflicht zu nehmen", erklärt dazu Rechtsanwalt Henrik Gießauf. Die Verjährungsfrist in diesem Fall würde 30 Jahre betragen. Laut einer OGH-Entscheidung ginge das, stimmt auch der Jurist und Mitarbeiter der Männerberatungsstelle Christian Hiebaum zu, schränkt aber ein: "Wenn dieser wegen geringen Einkommens weniger Unterhalt hätte leisten müssen, kann von ihm nicht alles zurückverlangt werden."

    Kind kann zahlen. Wenig Chancen gibt Hiebaum dem Plan, das Geld von der Kindesmutter zurückzuholen. Der Unterhalt werde ja dem Kind geschuldet, die Mutter übernehme es nur in dessen Namen. "In erster Linie besteht der Rückforderungsanspruch gegenüber dem Kind. Da muss der Mann aber natürlich warten, bis das Kind über ein eigenes Einkommen verfügt", erklärt der Jurist. Das Kind könne sich dann wieder an den wirklichen Vater wenden, habe aber den Nachteil, dass dieser Anspruch nur drei Jahre lang zurückreicht.

    Nicht nur kämpfen. "Man sollte nicht nur in den juristischen Kampf gehen, viel Geld und Energie hinein stecken. Oft bekommt man dann erst nicht das, was man sich erwartet hat", warnt Christoph Lins von der Männerberatungsstelle in Graz. Betroffene sollten sich unbedingt abseits der juristischen Schiene Beratung holen und sich neu orientieren, rät Lins. Eine solche Situation sei "immer ein komplexes Gebilde" und es komme auf den Einzelfall und die Beziehung zwischen Mann, Frau und Kind an.


    Schadenersatzklage

    Eine Schadenersatzklage gegen die Kindesmutter kann grundsätzlich eingebracht werden. Die Möglichkeit verjährt innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis von Schaden und Schädiger.

    Fakten

    Eine Klage gegen den tatsächlichen Vater ist nach § 1042 ABGB möglich; die Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre. Die OGH-Entscheidung dazu: 2Ob570/92.

    Männerberatung

    Die Männerberatung in Graz (Dietrichsteinplatz 15; Telefon: 0316/83 14 14) und Leoben (Mareckkai 6, 0699/126 30 802) führt auch E-Mail-Beratung für Männer aus anderen Bundesländern durch.

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