"Hilfe, keine Bank der Welt gibt mir ein Konto!"
Pensionsversicherung forderte hoffnungslos verschuldete Frau auf, endlich ein Konto zu eröffnen und drohte, in Zukunft kein Geld mehr auszuzahlen.
"Bitte helfen Sie mir! Ich habe in all den Jahren so viel Leid und Elend erfahren müssen. Und jetzt sagt man mir, dass für mich keine gesetzliche Pensionszahlung vorgesehen ist. Mir ist langsam nach Selbstmord zumute", wandte sich eine Pensionistin in einem berührenden Brief an die Ombudsmann-Redaktion.
Pensionskonto einrichten. Den letzten Rest gegeben hatte der Frau, die "nach einem strittigen Scheidungsverfahren zahlungsunfähig geworden und durch dauernde Gehaltsexekutionen nur mehr am Existenzminimum leben darf" ein Brief der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA). "Seit Juli haben Sie Anspruch auf monatlich wiederkehrende Geldleistungen und sind gesetzlich verpflichtet, bei einem Kreditinstitut ein Pensionskonto einzurichten", wurde mitgeteilt und: "Bisher ist bei uns leider keine gültige Pensionskonto-Erklärung eingelangt. Die weitere Baranweisung ist uns nicht länger möglich."
Bezüge werden nicht ausgezahlt. "Da ich wegen der negativen Einträge beim Kreditschutzverband bei keiner Bank der Welt ein Konto erhalte - auch im Ausland habe ich europaweit keine Bank gefunden - bin ich in der katastrophalen Lage, dass ich nun meine lebensnotwendigen Bezüge nicht mehr erhalten kann", schilderte die Pensionistin ihre Notlage. "Ich habe keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Habenkonto, und so scheinbar auch nicht auf meine Pension. Ich bin schier verzweifelt", bat sie um Hilfe.
Um Lösung bemüht. Die "Zweite Sparkasse" in Wien stellt für hoch Verschuldete ein Konto bereit, in der Steiermark und Kärnten gibt's so etwas aber noch nicht. Das Institut in Wien ist ausgelastet, deshalb erhielt unsere Leserin wieder kein Konto.
Bei der BVA erklärte man uns, dass die Barauszahlung bis Dezember gesichert sei und man sich um eine Lösung bemühe.
Features
Konto für Verschuldete
- Die Zweite Sparkasse in Wien bietet hoch Verschuldeten ein Habenkonto. Überziehungen sind also nicht möglich.
- Für das Konto fällt eine Kaution von neun Euro pro Quartal an. Der Kunde bekommt sie am Ende der Geschäftsbeziehung zurück.
- In diesem Preis sind eine Bankomatkarte, Kontoauszüge, Eröffnung und Verwaltung von Dauer- und Einziehungsaufträgen sowie Internetbanking inkludiert.
- Voraussetzung für ein Konto ist die Betreuung durch eine Schuldnerberatung oder die Caritas.
- Für das kommende Jahr ist auch eine Filiale in Graz geplant.








