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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2012 um 20:30 UhrKommentare

100 Euro mehr monatlich für Kredit

700 Privatkunden der Volksbank für den Bezirk Weiz sollen 1,5 Prozent Zinserhöhung schlucken.

Rund 700 Privatkreditkunden der Volksbank für den Bezirk Weiz bekamen dieser Tage ein Schreiben, in dem die Bank ankündigt, die Zinsen um 1,5 Prozent zu erhöhen. Für einen 100.000-Euro-Kredit etwa sind gute 100 Euro pro Monat mehr an Rückzahlung zu leisten.

Die Bank beruft sich dabei auf Punkt 15 des Kreditvertrages, der sie laut Vorstandsvorsitzendem Josef Tändl zu einer solchen Vorgangsweise berechtigt. In diesem Punkt ist enthalten, dass beide Vertragspartner den Kredit kündigen können, so man sich nicht auf neue Konditionen einigt.

Einigen will sich Franz K. auf keinen Fall und wandte sich an die Arbeiterkammer (AK) Steiermark. Er ist nicht der Einzige, etwa 15 Anrufe in dieser Sache gingen in den letzten Tagen bei der Arbeiterkammer ein, sagt Peter Jerovschek, Konsumentenschützer bei der AK Steiermark. Er rät den Kunden, "nicht zu unterschreiben, dann wird auch nichts passieren. Unterschreiben sollte man nur dann, wenn man freiwillig die Bank unterstützen möchte", so Jerovschek.

50 Unterschriften

Das wäre für Josef Tändl der Idealfall. In den letzten Tagen, sagt er, habe es viele Gespräche mit Kunden gegeben, etwa 50 neue Vereinbarungen seien schon getroffen worden. Warum die Bank die Kreditzinsen erhöht? "Weil das Delta zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis immer weiter auseinandergeht", sagt Tändl. Soll heißen, die Bank zahlt für Geld von anderen Banken oder die Spareinlagen in der eigenen Bank mehr, als durch Kredite hereinkommt. "Da geht es allen Banken gleich", sagt Tändl.

Die Erhöhung um 1,5 Prozent sei bis Ende 2014 begrenzt, "danach sollte wieder die ursprüngliche Vereinbarung gelten", so Tändl in der Hoffnung, dass die Banken bis dahin billiger Geld "einkaufen". Derzeit verlangt die Bank, die 18.000 Kunden hat, im Schnitt zwischen 2,25 und sechs, sieben Prozent Zinsen.

Mit den Kunden werde man verhandeln, einem "guten" Kunden werde man den Kredit nicht kündigen. In manchen Fällen könne das aber schon eintreten. "Das ist für uns aber das letzte Mittel, wir tun das nur als letzten Ausweg", sagt Tändl.

Das dürfe die Bank nicht, meint die AK. Jerovschek: "Sie kann nicht einseitig die Zinsen erhöhen, dazu benötigt sie das Einverständnis des Kunden." Was, wenn die Bank trotzdem kündigt? Jerovschek glaubt nicht daran, die AK hat aber den Verein für Konsumenteninformation (VKI) gestern beauftragt, besagten Punkt 15 auf seine Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen. Im Erstfall werde man auf Unterlassung klagen.

ULLA PATZ

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