Ein Milliarden-Gewinn als großes Finanzfiasko
Ein Gewinn von 8,8 Milliarden Dollar in drei Monaten hat die Apple-Anleger enttäuscht. Sie haben mehr erwartet. Dabei hat der Konzern 117 Milliarden Dollar auf der hohen Kante.
Apple hatte gestern ein Problem. Und zwar konnten viele Anwender das neue Mac-Betriebssystem "Mountain Lion" nicht gleich laden, weil einige Server des Multimedia-Konzerns schwächelten. Es dauerte nicht lange und das Unternehmen aus Cupertino hatte das Problem gelöst. Die ersten Reaktionen der Benutzer fielen positiv aus - die 200 neuen Funktionen (zum Beispiel eine neue Mitteilungszentrale) fanden Gefallen.
Und dann gab es da viele amerikanische Analysten, die bei Apple ein Problem fanden. Die präsentierten Zahlen des letzten Quartals waren ausschlaggebend, zu gering sind den Finanzexperten die Wachstumsraten der IT-Firma.
Im Detail: Während Apple in den letzten Quartalen 13,1 beziehungsweise 11,6 Milliarden Dollar Gewinn schrieb, waren es diesmal "nur" 8,8 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro). Zudem blieben die Verkaufszahlen der Unternehmens-Cashcow iPhone hinter den Erwartungen. 26 Millionen Geräte wurden verkauft, 28 Millionen erwartet. Der Grund des dezenten Kaufrauschs der Apple-Jünger ist leicht erklärbar - im September soll Apple neben dem Mini-iPad auch das neue iPhone, das dann vermutlich iPhone 5 heißt, präsentieren.
Aktie macht Minus
Die Aktie des Konzerns fiel trotz der eigentlich starken Zahlen gestern um bis zu fünf Prozent. Da konnte auch Apples Mitteilung, dass man 117 Milliarden Dollar in der hauseigenen "Kriegskassa" habe, nichts mehr retten. Seit Jahresbeginn hat das Papier aber um knapp 50 Prozent zugelegt. MARKUS ZOTTLER








