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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 20:34 UhrKommentare

Reform der Pensionskassen: Risiko oder Sicherheit

Reform der Pensionskassen beschlossen: Sie bringt ab 2013 die lange geforderte Option auf eine Sicherheitspension. Das Paket ist das Ergebnis dreijähriger Verhandlungen.

Foto © KOSCHER | Sujet

Rund 800.000 Österreicher sind derzeit Bezieher einer oder Anwärter auf eine Firmenpension. Für sie ändert sich ab dem nächsten Jahr einiges, der Ministerrat hat am Dienstag die Reform des heimischen Pensionskassensystems beschlossen. Die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst:

Lebensphasenmodell. Dieses sieht eine Wahlmöglichkeit vor zwischen einer risikoreichen bzw. risikoarmen Veranlagung der eingezahlten Beiträge. Neu ist eine Garantiepension. Die Pensionskasse garantiert, dass die Pension niemals geringer wird als die erste monatliche Auszahlung, Kürzungen sollen generell vermieden werden. Anwärter haben ab dem 55. Lebensjahr ein Optionsrecht auf die Sicherheitsvariante, Bezieher erhalten die Möglichkeit zum Übertritt. Mit der Sicherheitspension ist eine jahrelange Forderung des österreichischen Seniorenrates erfüllt worden; Pensionsberechtigte hatten bis zu 50-prozentige Verluste hinnehmen müssen.

Informationsrecht. Kunden der Pensionskassen haben künftig mehr Informationsrechte, etwa wenn es um die Vorlage des Pensionskassenvertrages geht.

Kosten. Die Vermögensverwaltungskosten werden an die Leistung der Pensionskasse gebunden. Die Schwankungsrückstellung für Pensionisten fällt.

Aufsichtsrat. In dieses Gremium können unter bestimmten Voraussetzungen auch Pensionistenvertreter gewählt werden.

Variable Beiträge. Voraussetzung für diese neue Möglichkeit ist, dass ein fixer Mindestbeitrag von zwei Prozent des Arbeitnehmerentgeltes vom Arbeitgeber bezahlt wird.

Das Paket ist das Ergebnis dreijähriger Verhandlungen, erklärte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SP) am Dienstag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes, begrüßt die Reform - die 17 Pensionskassen, davon sind sechs überbetrieblich, veranlagten 2011 15,64 Milliarden Euro und sind der größte private Pensionszahler in Österreich.

HANNES GAISCH

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