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Zuletzt aktualisiert: 29.02.2012 um 14:34 UhrKommentare

Mickrige Renditen bei privaten Renten

Experten der AK warnen: Private Rentenversicherung kann sogar zu einem Minus-Geschäft werden. Prognose mit Gewinnbeteiligung ist nur unverbindlich.

Foto © APA

Die Renditen für eine private Rentenversicherung sind karg oder können sogar zum Minus-Geschäft werden. Der Grund: Der Garantiezinssatz liegt nur noch bei zwei Prozent und wird meist von den Kosten aufgefressen. Das hat eine Studie der Arbeiterkammer ergeben, die Angebote von sieben Versicherungen unter die Lupe genommen hat. In den Angeboten finden Verbraucher zwei wichtige Daten: die vertraglich garantierte Rentenzahlung (Garantierenten) und die prognostizierte Rente inklusive Gewinnbeteiligung. Sie fällt zwar höher aus als die Garantierente, ist aber leider unverbindlich.

Für den Test wurden eine 30-jährige Frau und ein 35-jähriger Mann angenommen. Die Renditen, also die Effektivverzinsung, der getesteten Produkte waren äußerst bescheiden. Die Frau erhält eine garantierte Rendite (ohne Gewinnbeteiligung) von 0,1 bis 0,3 Prozent je nach Versicherer. Der Mann steigt sogar mit einem Minus aus. Die Rendite in seinem Fall beträgt minus 1,2 bis minus 1,6 Prozent - das heißt, die Auszahlungen wären geringer als die eingezahlten Prämien.

Hohe Kosten

"Ein maßgeblicher Grund für die mickrigen Renditen sind auch die Kosten. Der Garantiezinssatz von zwei Prozent auf den Sparanteil wird zur Gänze geschluckt", kritisiert Konsumentenschützer Christian Prantner von der AK.

Wie viel abgezogen wird, zeigt das Rechenbeispiel: Von der 100- Euro-Prämie pro Monat sind vier Prozent Versicherungssteuer abzuziehen, ein Unterjährigkeitszuschlag (vier Prozent), die Stückkosten (vier Prozent), einmalige Abschlusskosten (14,1 Prozent), laufende Abschlusskosten (2,12 Prozent), Verwaltungskosten (1,21 Prozent). Das bedeutet, dass in den ersten fünf Jahren nur 70,27 Euro verzinslich (Sparanteil) angelegt werden.


FAKTEN

Achten Sie auf den Garantiezinssatz, die garantierte Rente und die Nebenspesen. Hoch kann der Unterjährigkeitszuschlag sein, der fällig wird, wenn die Prämie monatlich statt jährlich bezahlt wird. Die Vertragsbindungen sind lange. Wer vorher aussteigt, muss mit hohen Kosten rechnen. Achtung beim Austausch eines Vorsorgeprodukts gegen ein anderes: Das kommt einer Geldvernichtung gleich! Indexklauseln bedeuten auch höhere Prämien.

FAKTEN

Private Rentenversicherungen sind eine Sonderform der Lebensversicherung. Bei diesen Tarifen erfolgt die Leistung der Versicherung in Form einer monatlichen Rentenzahlung. Es gab zwei Modellannahmen: Eine Frau (Jahrgang 1981) und ein Mann (Jahrgang 1976) zahlen 30 Jahre lang eine monatliche Prämie von 100 Euro ein. Beide erhalten eine lebenslange Rente.

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