Gold: Größter Preisverfall seit 30 Jahren
Der Montag glänzte für keinen Gold-Anleger. Preis fiel zeitweise unter die 1600-Dollar-Marke.
Der "sichere Hafen" musste in den vergangenen Tagen sehr viele Schiffe aufs offene Finanzmeer ziehen lassen. Die Zweifel der Anleger am Management der europäischen Schuldenkrise wachsen ebenso stark, wie die Ungewissheit was zukünftige Finanzmarkt-Entwicklungen betrifft. Das hatte zur Folge, dass zahlreiche Investoren nun sogar auf Gold, das eigentlich als krisenfest gilt, verzichten und frei nach dem Motto "Cash is King" Bargeld zu horten beginnen - oder in die Weltleitwährung Dollar investieren. Innerhalb von nur drei Handelstagen büßte das Edelmetall deswegen beinahe 15 Prozent seines Werts ein - soviel wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Gestern fiel der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold zeitweise sogar auf 1534,49 US-Dollar. Reinhard Walz von der Österreichischen Gold- und Silber-Scheideanstalt (Ögussa) versucht zu relativieren: "Die Entwicklung ist sicher auch dem im Moment attraktiven Dollar geschuldet. Den Gold-Kursverfall würde ich aber eher als notwendige Kurskorrektur bezeichnen." Tatsächlich hat der Goldkurs in den letzten Jahren einen beinahe beispiellosen, vielleicht zu rasanten, Anstieg erlebt. Seit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 hat sich der Preis für eine Feinunze mehr als verdoppelt. Die Anleger setzten in Scharen auf Gold als Mittel der Vermögenssicherung in Krisenzeiten und ließen den Preis im letzten Monat so auf den bisher nicht gekannten Höchststand von über 1900 Dollar klettern. Seitdem folgte aber ein ebenso kontinuierlicher Niedergang, der gestern seinen vorläufigen Höhepunkt fand.
Noch schlimmer bergab geht es zurzeit mit den Kursen eines anderen Edelmetalls. Silber hat innerhalb von drei Handelstagen um mehr als 30 Prozent an Wert verloren und notierte gestern zeitweise bei nur mehr 26 US-Dollar je Unze. MARKUS ZOTTLER








