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Zuletzt aktualisiert: 07.02.2011 um 20:30 UhrKommentare

Ölpreis: Das Geschäft mit der Angst

Mit 224 Euro musste ein Haushalt im Vorjahr um 30 Euro pro Monat mehr für Energie bezahlen als 2009. Unruhen in Nordafrika treiben den Preis. Diesel-Vorteil verrinnt.

Und wieder bewahrheitet sich eine Weisheit aus dem Jahr 2008: Durchbricht der Ölpreis einmal die Schallmauer von 100 Dollar pro Fass (159 Liter), gibt's danach kein Halten mehr. Gestern stieg der Ölpreis auf 103 Dollar, das sind um zehn Dollar mehr als noch vor einem Monat, bevor in Nordafrika die Unruhen begannen.

Bis jetzt ist es laut dem Experten Ulrich Schuh vom Institut für Höhere Studien (IHS) aufgrund der Bürgerrevolten in Tunesien und Ägypten zwar weder zu großen Produktionsausfällen noch zu Lieferstopps gekommen. Doch es sei allein die Angst davor, dass es einmal so weit kommen könnte, die den Ölpreis - und in der Folge die Spritpreise an den Zapfsäulen - derzeit so schnell steigen lasse.

Woran derzeit noch kein Experte und schon gar nicht die Autofahrer denken mögen, ist, wie sich ein Ausweiten der Proteste auf die großen Öl-Lieferländer auf der arabischen Halbinsel auswirken würde. Schuh jedenfalls warnt bereits vor: Auf eine Jahresinflation jenseits der zwei Prozent müssten sich die Österreich 2011 wohl einstellen. Dabei ging es bereits im Vorjahr mit den Energiepreisen steil bergauf.

30 Euro pro Monat mehr

Laut Österreichischer Energieagentur ließen schon 2010 Verteuerungen und Mehrverbrauch die Energieausgaben der Haushalte um 16 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro ansteigen. Im Schnitt gab ein heimischer Haushalt 2010 pro Monat 224 Euro für Energie (Verkehr, Wärme und Strom) aus. Das ist um 30 Euro pro Monat mehr als noch im Jahr zuvor. So lag im Jahresschnitt der Benzinpreis 2010 um 14 Prozent über dem Vorjahreswert, Diesel war 2010 um 13,5 Prozent teurer als 2009. Noch drastischer war der Preisanstieg beim Heizöl - ein Liter kostete 2010 im Schnitt um 22,5 Prozent mehr als 2009. Einzig Gas verbilligte sich im Jahresschnitt um 4,5 Prozent.

Steuer frisst Dieselvorteil auf

Der Autofahrerklub Öamtc weist indes darauf hin, dass der günstigere Treibstoffpreis als Verkaufsargument für Dieselautos nun endgültig passe sei. Demnach war Diesel vor zehn Jahren noch um 22,1 Cent pro Liter billiger als Benzin, heute seien es nur noch 3,4 Cent. Mit ein Grund: Bei den jüngsten drei Erhöhungen der Mineralölsteuer (MöSt) wurde die Steuer bei Diesel stets stärker angehoben als bei Benzin.


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