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Zuletzt aktualisiert: 15.12.2009 um 08:56 UhrKommentare

Passwörter als Falle

Mitbieten und Shoppen: Identitätsdiebstahl kann teuer kommen. Internet-Handys bergen Risken, wenn man sie nicht vor Langfingern schützt.

Foto © AP

Ein Klagenfurter Schüler staunte nicht schlecht, welche Links und Fotos plötzlich auf seinem Facebook-Profil landeten. Jemand muss das Passwort zu seinem Account erraten haben, um Mitschüler und Freund zutiefst zu beleidigen. Sein Glück: Die Beleidigungen fanden während des Unterrichts statt, er hatte also ein Alibi.

Identitätsdiebstahl kann neben sozialen auch handfeste finanzielle Folgen haben – etwa dann, wenn jemand bei Ebay für einen mitbietet oder Einkäufe im Web tätigt. "Das passiert nicht selten", erklärt Internet-Ombudsmann Bernhard Jungwirth. Ist ein Schaden einmal angerichtet, ist man mehr oder weniger auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Beispiel: Jemand bestellt mit ihrem Benutzernamen etwas bei einem Online-Shop und passt den Postler beim Zustellen ab, hat der vermeintliche Besteller Argumentationsnotstand.

"Waren sie zu dieser Zeit nachweislich – etwa weil auf Urlaub – nicht am eigenen PC, lässt sich das noch argumentieren. Vieles andere wird man schwer jemandem weiß machen können", meint Jungwirth. Sobald man etwas von einer solchen Malversation mitbekommt, sollte man Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen. Aber: Bei Amazon geht das vermutlich leichter als wenn man von jemand anderem aus Facebook ausgesperrt wurde.

Fahrlässigkeit

"Der beste Schutz dagegen ist ebenso einfach wie selten: sichere Passwörter", meint Jungwirth. Allerdings ist man auch damit nicht vollends sicher. Ob unsicherer Passwörter schon eine Fahrlässigkeit darstellen, sei ebenso wenig ausjudiziert wie der Verlust eines Handys. Je mehr Komfort Handyprogramme bieten (Passwörter abgespeichert), umso beliebter sind sie.

Eines muss jedem bewusst sein: Wer Zugriff auf das E-Mail-Konto einer Person hat, kann dessen Identität stehlen. Oft reicht ein Klick auf ?Passwort vergessen“, um sich per Mail ein neues anzufordern.

GEORG HOLZER

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