Wie eine Löwin für Familie und Haus gekämpft
Hoch verschuldete Familie sollte ihr Eigenheim verlieren. Nach Vermittlung der Ombudsmann- Redaktion verzichtete Bank auf 28.000 Euro; Haus blieb erhalten.
Wie eine Löwin kämpfte die Frau aus der Südsteiermark seit Jahren für ihre Familie und um ihr Haus; in Wiltraut Hackel von der Ombudsmann-Redaktion fand die Mutter eine kongeniale Partnerin. Gemeinsam gelang es den beiden Frauen nun, der vierköpfigen Familie das Eigenheim zu erhalten.
Misere. Aber der Reihe nach: Vor mehr als zehn Jahren hatte die Misere begonnen. Der damals noch gut verdienende Mann fiel auf einen Anlageberater herein und verlor dabei rund 300.000 Euro. Für den benötigten Kredit unterschrieb die Frau als Bürgin und das Haus wurde belastet. Noch einige Jahre ging alles gut, die Schulden wurden brav abgestottert, doch dann schlug das Schicksal wieder zu und es ging Schlag auf Schlag: Der Ehemann verlor seinen Job, wurde gar des Betrugs verdächtigt und angeklagt. Die Frau erkrankte an Brustkrebs.
Geldknappheit. Trotz ihrer Krankheit ging die Mutter arbeiten. "Es hat gerade zum Leben gereicht! Aber der psychische Druck war unwahrscheinlich. Nächtelang hab' ich nix geschlafen. Und auch die Kinder haben natürlich mitgekriegt, dass wir kein Geld haben", erinnert sich die Frau an die schreckliche Zeit.
2004 wurde der Mann dann zwar freigesprochen und bekam sogar eine Abfertigung. Doch diese, den jahrelang bedienten Tilgungsträger und Gewinne aus der Rückumwandlung eines Fremdwährungskredits bekam die Bank; dennoch waren die ursprünglichen Schulden nicht viel weniger geworden.
Exekutionstitel. Im Gegenteil, die Bank erhöhte den Druck: "Wir hätten immer mehr zahlen sollen, aber es ist sich nicht ausgegangen. Die Bank hat sich einen gerichtlichen Exekutionstitel geholt und uns gedroht, wenn wir nicht mehr zahlen, wird das Haus versteigert und wir müssen ausziehen", berichtet die Frau. "Ich bin x-mal hingefahren, aber auf taube Ohren gestoßen. Ständig hab' ich mich davor gefürchtet, dass ich bald mit meinen zwei Kindern auf der Straße sitzen werde", so die Mutter. Die angebotene Abschlagszahlung von 140.000 Euro, verbunden mit einer Umschuldung, wurde von der Bank nicht akzeptiert.
Versteigerung droht. Ende 2007 spitzte sich die Sache noch einmal zu. Der Lohn der Frau wird exekutiert und sie stellt ihre Rückzahlungen ein. Ein Gutachter der Bank schätzt den Wert des Hauses; die Versteigerung steht unmittelbar bevor.
Der Umschwung kommt, als sich Wiltraut Hackel, die Schulden-Expertin der Ombudsmann-Redaktion, der Sache annimmt. Sie erklärt dem Geldinstitut noch einmal eindringlich die verzweifelte Lage der Familie, appelliert an die Menschlichkeit der Verantwortlichen und bittet, die angebotene Abschlagszahlung noch einmal zu überdenken.
Überglücklich. "Nach ausführlicher Prüfung durch die Wiener Zentrale wurde entschieden, die Abschlagszahlung von 140.000 Euro anzunehmen. Das Exekutionsverfahren gegen die Familie wird nicht weiter betrieben", teilte uns kürzlich das Geldinstitut mit. "Nach sechs Jahren Leben in Angst und Schrecken ist es fast unglaublich, dass dieser Albtraum zu Ende ist", bedankte sich eine überglückliche Leserin, der es nun auch gesundheitlich bereits wieder besser geht.








