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    Zuletzt aktualisiert: 16.05.2006 um 15:56 Uhr

    Schaden durch Biodiesel

    Leser betankte zwei Fahrzeuge regelmäßig mit Biodiesel. Nach 60.000 bzw. 100.000 Kilometern waren beide Dieselpumpen leck.

    Foto © APA

    Welcher umweltbewegte Zeitgenosse träumt ihn nicht, den Traum von der Freiheit auf vier Rädern ohne schlechtes Gewissen. Neben der Umweltschonung hat Biodiesel auch den Vorteil, uns (theoretisch) unabhängiger von Energieimporten zu machen.

    Ohne Warnung. Diese Überlegungen haben auch unseren Leser bewogen, seine beiden Pkw, einen Skoda Fabia und einen Skoda Oktavia, mit dem umweltfreundlichen Treibstoff zu betanken. Und obwohl beide Typen vom Erzeuger für Biodiesel freigegeben sind, bereut der Mann diese Entscheidung nun sehr. "Bei beiden Fahrzeugen sind die Dieselpumpen und Dieselleitungen kaputt, auch die Zahnriemen, die mit dem ausgeronnenen Treibstoff getränkt wurden, müssen erneuert werden", berichtet der Autobesitzer über den großen Schaden, der ihm entstanden ist und wundert sich: "Warum werden die Konsumenten nicht gewarnt?"

    Aggressiver. Ein bis zwei Fahrzeuge mit leckenden Einspritzaggregaten aufgrund der Verwendung von Biodiesel sehe er im Schnitt pro Woche, erklärt Hubert Mannhart, Leiter der Dieselwerkstätte der Firma "Bosch-Service KSM" in Graz. "Biotreibstoff ist nicht schlecht, aber viel aggressiver. Er greift den Gummi ärger an. Das wissen wir alle!", fügt der Experte hinzu, der schätzt, dass eine Dieselpumpe ohne entsprechende Adaption nach etwa 60.000 Kilometern zu lecken beginnt, während sie mit normalem Diesel 150.000 Kilometer schaffen würde. "Die Firma Bosch hat ihre Pumpen übrigens nicht zur Verwendung mit Biodiesel freigegeben", betont Mannhart.

    Zitiert

    "Beachten Sie, dass der Garantieträger Skoda Österreich ist. Aufgrund unserer Erfahrungen treten bei Verwendung von Biodiesel keine Probleme auf!"
    Kathrin Bernerstätter von Intercar

    Folgeschäden. Schwierigkeiten, die es im konkreten Fall und offenbar auch bei anderen Fahrzeugen gibt, führt Kathrin Bernerstätter von Intercar auf "schlechten Treibstoff" zurück: "Bei Nichterfüllung der vom Hersteller vorgegebenen Biodiesel-Kraftstoffnorm können Folgeschäden wie Motorschäden, Schäden an der Einspritzpumpe, den Einspritzdüsen, Zersetzung der Dichtungen usw. hervorgerufen werden." Auch bei Außentemperaturen unter minus zehn Grad solle man Biodiesel nicht verwenden.

    Information. Von einem "bekannten Problem in nicht sehr großem Ausmaß, das alle Hersteller betrifft", spricht ÖAMTC-Jurist Rene Gaisch. "Dabei handelt es sich um keinen Produktionsfehler. Die Verschleissteile der Einspritzpumpe werden schneller angegriffen und sind daher oftmals früher auszutauschen", so der Experte, für den es in diesem Zusammenhang wichtig ist, dass die Autofahrer darüber informiert werden, dass sie bei Verwendung von Biodiesel mit einem größeren Verschleiss rechnen müssen. Nachsatz: "Gute Autohändler machen das auch!"

    Schadenersatz. Im konkreten Fall erhielt unser Leser von der Skoda-Vertragswerkstätte einen Reparaturgutschein im Wert von 400 Euro und einen großzügigen Rabatt beim Kauf eines neuen Wagens. Gering schätzt übrigens Rene Gaisch die Chancen ein, in einem solchen Fall auf dem Rechtsweg Schadenersatz zugesprochen zu bekommen, wenn Garantie und Gewährleistung erst einmal abgelaufen sind.


    Biodiesel

    Folgende Hersteller haben einzelne Typen ab bestimmten Jahrgängen für den Betrieb mit Biodiesel freigegeben: Audi, Mercedes, Seat, Skoda, Volvo und Volkswagen. Auf gar keinen Fall sollte Biodiesel ohne Rücksprache mit dem Hersteller verwendet werden.

    Treten bei der Dieselpumpe erste Leckagen auf, ist eine Sanierung oder ein Austausch notwendig. Eine Abdichtung kostet ab etwa 300 Euro aufwärts, samt Ausbau entstehen Kosten ab 650 Euro. Eine Austauschpumpe kommt je nach Modell auf rund 1000 Euro und mehr.

    Laut Experten werden Pumpen bei reinem Biodieselbetrieb ab etwa 60.000 km undicht.

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