Jobs-Rücktritt: Aktien der Konkurrenz legen zu
Der Chef und Gründer des US-Computerherstellers Apple, Steve Jobs, hat nach monatelanger gesundheitsbedingter Auszeit seinen Rücktritt erklärt. Der bisherige Geschäftsführer Tim Cook, der das Apple-Ruder übernehmen wird, gilt in Börsenkreisen als unerfahren.

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Die Technologiebranche verliert ihren Visionär: Steve Jobs tritt als Chef des Computerkonzerns Apple zurück. Der schwer erkrankte Konzerngründer erklärte seinen Rückzug von der Firmenspitze damit, seine "Aufgaben und Erwartungen als Chef von Apple" nicht länger erfüllen zu können. Die in Frankfurt gehandelten Apple-Aktien gaben am Donnerstag mehr als vier Prozent nach. Der 56-Jährige kehrt dem iPhone- und iPad-Hersteller aber nicht ganz den Rücken.
Er wird seinem Nachfolger Tim Cook als Vorsitzender des Verwaltungsrates zur Seite stehen. Allerdings fürchten viele Anleger, dass die lange Erfolgsserie nach Jobs Rücktritt reißt. Die Konkurrenten wetzen bereits ihre Messer. Vor allem Samsung Electronics werden gute Chancen zugeschrieben, die Smartphone-Dominanz von Apple zum Wackeln zu bringen.
"Apple ist Steve Jobs"
Mit Jobs Rücktritt als Konzernlenker geht eine Ära zu Ende. Er gilt als Herz und Seele des Computer-Giganten, der Kunden vor allem mit einprägsamem Design, einfacher Handhabung und starken Marketing-Kampagnen überzeugt. In diesem Monat avancierte Apple zeitweise zum wertvollsten börsennotierten US-Unternehmen vor Exxon Mobil. Unter der Ägide des bekennenden Buddhisten Jobs brachte Apple den legendären Apple II-Computer auf den Markt, bald folgte der bis heute erfolgreiche Mac, später der iPod, der wie iPhone und iPad weltweit die Latte für die Konkurrenz sehr hoch hängte. Auch wenn sein Abgang kaum die Einführung der fünften Version des iPhones und des erwarteten Billig-Modells vom iPhone 4 behindern wird, halten Experten längerfristige Auswirkungen für durchaus wahrscheinlich.
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"Apple ist Steve Jobs, und ohne Steve Jobs ist Apple nicht mehr Apple", fasste ein Frankfurter Börsenhändler zusammen. Analyst Hendi Susanto von Gabelli & Co. sagte: "Apple wird zeigen müssen, dass es auch ohne Jobs mit visionären Produkten aufwarten kann." In einer Stellungnahme versicherte der Konzern, Jobs werde Apple mit seiner "einzigartigen Einsicht, Kreativität und Inspiration" weiterhin helfen.
Traurigkeit greift um sich
"Ich habe immer gesagt, sollte jemals der Tag kommen, an dem ich nicht mehr länger meinen Verpflichtungen als Chef von Apple nachkommen und die Erwartungen erfüllen kann, werde ich der Erste sein, der es Euch sagt. Leider ist dieser Tag gekommen", schrieb Jobs in seiner Rücktrittserklärung, die in einigen Passagen wie ein Abschiedsbrief klang. Jobs zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass der von ihm 1976 mitgegründete Konzern "seine hellsten und innovativsten Tage noch vor sich" habe. Als Jobs nach einem internen Streit Apple 1985 verließ, geriet die Silicon-Valley-Firma in große Schwierigkeiten und kämpfte um ihr Überleben. 1997 kehrte Jobs zurück, und der Aufstieg begann.
Fans des für seine schwarzen Pullover bekannten Managers äußerten sich über Twitter und Facebook traurig über den Rücktritt. Mitarbeiter in Apple-Geschäften trösteten sich mit Umarmungen. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt bezeichnete seinen langjährigen Freund als einen "der größten amerikanischen Führer in der Geschichte des Landes". Die Krankheit von Jobs hat eine lange Vorgeschichte. Seit Jahren kämpft der Familienvater mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, seit Jänner ist er von der Arbeit freigestellt. Während Jobs in seiner Rücktrittserklärung keine Angaben zu seiner Erkrankung machte, bringen die meisten seinen Abgang mit dem Krebs in Verbindung.
Jobs Nachfolger Cook gilt als Garant dafür, dass Apple auf Kurs bleibt. Während der letzten drei Auszeiten des Firmenchefs hatte der 50-Jährige stets das Ruder übernommen. Trotzdem gilt Cook in den Augen der Wall Street als unerfahren. Entsprechend verunsichert reagierten die Anleger auf die Nachricht von Jobs' Rücktritt. Während der Apple-Kurs verlor, legten die Aktien von Konkurrenten zu. Das Samsung-Papier ging mit Gewinnen von 2,4 Prozent aus dem asiatischen Handel. Sony -Anteilsscheine legten 2,1 Prozent zu. Vor allem Samsung gilt als möglicher Kronprinz. Apple und die Südkoreaner liefern sich bereits einen erbitterten Patentstreit. Am Donnerstag verzeichnete der US-Konzern dabei vor dem Landgericht Düsseldorf einen weiteren Etappensieg. Samsung darf bis auf weiteres den Tablet-PC und iPad-Konkurrenten Galaxy in Deutschland nicht verkaufen.
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Wussten Sie, dass ...
. . . Apple im August mit einem Wert von 350 Milliarden Dollar das wertvollste börsenotierte Unternehmen der Welt war?
. . . der iPod keine Erfindung von Steve Jobs war? Der Apple-Programmierer Jon Rubinstein zeigte Steve Jobs im Februar 2001 eine kleine Festplatte und schilderte ihm die Idee
. . . . ausgerechnet Microsoft Apple 1997 mit einer Finanzspritze von 150 Millionen Dollar vorm Untergang bewahrte? Der Deal lohnte sich auch für Microsoft. Er bewahrte den Softwareriesen vor weiteren Monopolklagen, weil es so zumindest noch einen größeren Konkurrenten gab.
. . . Xerox und nicht Apple die grafische Benutzeroberfläche erfunden hat? Die ersten Macs waren auch nur textbasiert.
. . . selbst Apple auch Flops produzierte? Ein Ladenhüter war der Power Mac G4 ("Cube"). Er war teuer, untermotorisiert, nicht erweiterbar.
. . . das erste Logo von Apple auf einem Kupferstich basiert, der Isaac Newton unter einem Apfelbaum sitzend zeigte? Es sollte eine Anspielung darauf sein, dass die Schwerkraft mithilfe eines Apfels entdeckt wurde. Das aktuelle Logo einer Apfelsilhouette mit Biss entstand 1976.
. . . der Apple-Quartalsgewinn sich zwischen April und Juni 2011 auf 7,3 Milliarden Dollar verdoppelt hat? Bei Apple bleibt bereits ein Viertel des Umsatzes an Gewinn übrig. Solche Renditen hat weltweit kaum ein anderer Konzern.
. . . 20,3 Millionen iPhones allein in den letzten drei Monaten verkauft wurden?












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