Der eigentliche Gigant sitzt in China
Die Katze ist aus dem Sack: In rund zwei Monaten gibt's den iPad von Apple zu kaufen. Produziert wird in gigantischen Fabriken im chinesischen Shenzhen - unter schlechten Bedingungen.

Foto © AP
Nach der Spekulation ist vor der Spekulation. Waren es bis Mittwoch Name und Funktionen des Tablet-Computers von Apple über die spekuliert wurde, ist es nunmehr das Innenleben. Das spiegelte sich etwa im Börsenkurs von Infineon wider, der gestern einen satten Satz nach oben machte. Warum? Infineon wird "verdächtigt", nach dem iPhone auch das iPad mit Chips auszustatten. Ansonsten sind es vor allem asiatische Komponentenhersteller aus China, Taiwan und Korea, die an der Produktion mitnaschen werden.
Bei der tatsächlichen Fertigung vertraut Apple auf den taiwanesischen Elektronik-Riesen Foxconn, heißt es in Branchenkreisen. Dieser hat im chinesischen Shenzhen, Stadtteil Longhua - im Volksmund auch "iPod City" genannt -, eine der größten Fabriken der Welt geschaffen. Mehr als 200.000 Menschen arbeiten dort. Shenzehn ist heute das Mekka der Elektronikindustrie: 1979 lebten dort 30.000 Einwohner, heute sind es mehr als zwölf Millionen.
Für Apple hat Foxconn bereits den Mac mini, den iPod Nano, das MacBook Pro, das MacBook Air und das iPhone gefertigt. Es wird aber u.a. auch für Intel, Toshiba und Dell produziert. Auch die PlayStation von Sony entstammt den gigantischen Foxconn-Hallen in Shenzhen. Foxconn beschäftigt insgesamt mehr als 350.000 Mitarbeiter, der Umsatz hat sich auf zuletzt mehr als 62 Milliarden US-Dollar entwickelt (siehe Grafik links).
Heftige Kritik
Obwohl der Firmenname einer breiteren Öffentlichkeit kaum ein Begriff ist, handelt es sich bei Foxconn mittlerweile um den weltweit größten Auftragsfertiger für Handys, Zubehör und Computer. Allein in der Entwicklungsabteilung sollen mehr als 15.000 Ingenieure tätig sein.
Wiederholt in der Kritik stand der Konzern - und damit auch seine prominenten Auftraggeber -wegen der in China vorherrschenden Arbeitsbedingungen. Schon vor einigen Jahren berichtete etwa die britische Mail on Sunday von 15 stündigen Arbeitstagen und Hungerlöhnen von teilweise nur 40 Euro pro Monat. Apple verwies damals auf den hauseigenen Verhaltenskodex für Zulieferbetriebe. Dieser sieht u.a. eine maximale Wochenarbeitszeit von 60 Stunden vor. Verstöße würde man nicht tolerieren, betonte man bei Apple.
Features
Umfrage
Wir möchten wissen: Hat Sie Apple überzeugt: Werden Sie sich das iPad kaufen?
Zum Thema
Fakten
Ende 2009 hat Foxconn ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Elektronikkette und Metro-Tochter Media Markt gegründet, bereits heuer soll erstmals ein Media Markt in China eröffnet werden.











-Anzeigen