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Zuletzt aktualisiert: 15.01.2010 um 18:28 UhrKommentare

Wie werde ich 100? 5 simple "Lebensgeheimnisse"

Auf der japanischen Insel Okinawa leben mehr über Hunderjährige als an irgendeinem andern Ort der Welt. Es sind fünf simple "Lebensgeheimnisse", die für die Langlebigkeit der jungen Alten verantwortlich sind.

Foto © KK

Schon seit Jahren richtet sich der Blick der Forscher auf die Inselgruppe in Japan. Okinawa hat weltweit die höchste Anzahl an 100-jährigen Bewohnern. Erst vor kurzem entdeckten Forscher des Health Research Institute auf Hawaii das Gen FOXO3A, das Einfluss auf die Erreichung eines hohen Lebensalters nimmt. Es ist unser Lebensstil der bestimmt, ob wir geistig und körperlich fit bleiben um 100 werden zu können. In Okinawa sehen viele um etliche Jahre jünger aus und Herzattacken, Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs treten nur ein Viertel so häufig auf wie in anderen Industriestaaten. Es sind fünf simple "Lebensgeheimnisse", die für die Langlebigkeit der jungen Alten aus dem Land der aufgehenden Sonne verantwortlich sind.

Ernährung: "Hara hachibu"

Dieses japanische Sprichwort bedeutet "Fülle deinen Magen nur zu acht von zehn Teilen". Diese leichte Unterversorgung des Körpers mit Kalorien hält den Körper in Schwung und erhöht die Reaktionsfähigkeit des Organismus. Die Bewohner der Insel Okinawa essen bevorzugt Nahrungsmittel mit geringer kaloriendichte: viel dunkelgrünes Gemüse, Obst, viel Tofu und Fisch. Ein Wundermittel an Vitamin- und Mineralstoffen ist die Bittergurke Goya. Lebensmittel, die viel Fett enthalten, werden sparsam und seltener eingesetzt oder so lange gekocht, bis sich die Fette "ausgekocht" haben. Deshalb gehört auch Schweinefleisch zu der besonderen Ernährung, nachdem es durch langes Kochen vom Fett befreit wurde. Die Japaner haben auch längst die segenreiche Wirkung der Meeresalgen entdeckt. Die Menschen auf Okinawa essen fünfmal mehr davon als die übrigen Japaner. Aber es ist nicht nur das Seegras alleine. Über Jahrhunderte wurden durch Zuwanderer die Geschmäcker und Aromen des Essens verfeinert. Ausgeprägt ist die Vorliebe für Nahrungsmittel, denen auch Heilkräfte nachgesagt werden - sie sind selbstverständlicher Teil der täglichen Mahlzeiten. Wenig Salz, kein Brot und keine Milchprodukte und Gewürze und Kräuter, löffelvoll: Chili, Ingwer, Kurkuma gehören ebenfalls zu der speziellen Ernährung.

Mit nichts aufhören

Eine Aufgabe haben ein Leben lang ist wichtig um nicht einzurosten. Auf Okinawa werden ältere Menschen nicht aus dem Arbeitsprozess ausgegrenzt. Auf Japans Insel versteht niemand, warum man sich mit 60 oder 65 Jahren schon in Pension begeben soll. Und wenn der Ruhestand unausweichlich ist, gibt es genug Aufgaben in der Nachbarschaft, Familie oder einfach Gartenarbeit – denn es braucht einen Grund, um jeden Morgen fröhlich aufstehen zu können.

Zusammenhalt

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Den alten Okinawern ist die Wichtigkeit sozialen Kontakts vollkommen bewusst. Das Pflegen des Netzwerks aus Familie, Freunden und Nachbarn trägt wesentlich dazu bei, dass man hier glücklich und gesund bleibt. Die Lebenseinstellung des Hedonismus und des Individualismus der Industriestaaten ist den alten Bewohnern der Insel fremd. Die Gemeinschaft ist wichtig, die gegenseitige Unterstützung. Sind die Jungen aus manchen Dörfern weggezogen, helfen und unterstützen sich die rüstigen Alten gegenseitig. Wer allein sein möchte, zieht sich zurück, doch vor sozialer Vereinsamung muss sich hier niemand fürchten. Um möglichst lange selbständig im eigenen Heim bleiben zu können, schaut man aufeinander - und hilft sich einfach gegenseitig.

Wer rastet, der rostet

Der Strom des Lebens darf niemals unterbrochen werden, Bewegung und körperliche Aktivität gehören zum Alltag. Es ist den Bewohnern von Okinawa ein Bedürfnis sich zu bewegen. Sport macht man bis zum Ende seines Lebens. Mit Freude. Es gibt kaum einen Bewohner, der nicht Kampfkünste wie Karate oder traditionelle Tänze ausübt. Auffallend ist auch ein Aspekt der traditionellen Wohnkultur: Hier kennt man keine Sessel! Es wird auf dem Boden oder auf niedrigen Hockern Platz genommen - auch das fördert die Beweglichkeit der Okinawer.

Der Glaube

Die Bewohner der Insel haben eine starke Verbindung zur Religion, die von der "wohlwollenden Natur der Ahnen" geprägt ist. Vor allem Frauen wenden sich - nachdem die Kinder das Haus verlassen haben - vermehrt der Ausübung kultischer Handlungen zu. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Frauen auf Okinawa Wechselbeschwerden nicht kennen. Nur Frauen können nach Ansicht der Bevölkerung mit den Ahnen reden, und je älter die Menschen sind, umso direkter ist ihr "Draht in den Himmel".


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