Apple kann das iPhone "fernsteuern"
Steve Jobs zieht Bilanz: Der Umsatz mit den iPhone-Programmen beträgt bald halbe Milliarde Dollar. Obendrein hat Apple ein "Hintertürchen" in die Telefone eingebaut, um Software über das Netzwerk zu deinstallieren.

Foto © APSteve Jobs mit "seinem" iPhone
Kult ist das iPhone schon längst, doch auch die Programme der freien Entwickler-Plattform sind für Apple eine Goldgrube, so Chef-Apfel Steve Jobs in einem Gespräch mit dem "Wall Street Journal". Doch die eigentliche Sensation des Gesprächs ist eine andere. Jobs gab erstmals öffentlich zu, eine Art "Hintertür" in die Mobiltelefone und auch den iPod Touch eingebaut zu haben, um die Geräte über das Internet "fernzusteuern".
Der "letzte Schutz".
Anfang August hatte der iPhone-Experte und Buchautor Jonathan Zdziarski entdeckt, dass Apple diese Funktion in die Geräte eingebaut hat. Jobs verteidigte das System und erklärte, es diene lediglich, um allenfalls Malware oder andere schädliche Programme von den Geräten löschen zu können. "Hoffentlich müssen wir diesen Hebel nie einsetzen, aber es wäre unverantwortlich von uns, ihn nicht installiert zu haben", so Steve Jobs.
Gigantischer Umsatz. Der Apple-Konzern rechnet bei den neuen
Zusatz-Programmen für sein iPhone-Handy bald mit einem Umsatz von
rund einer halben Milliarde Dollar (332 Mio. Euro) pro Jahr. Seit dem
Start der Software-Angebote über den "App Store" vor einem Monat
seien mehr als 60 Millionen Programme heruntergeladen worden, sagte
Apple-Chef Steve Jobs dem "Wall Street Journal" (WSJ,
Montag-Ausgabe). Auch Jahreserlöse von einer Milliarde Dollar seien
möglich, sagte Jobs. Zu den von Drittanbietern entwickelten
Programmen zählen etwa Spiele, GPS-Anwendungen und
Kommunikations-Tools.
Eine Million Dollar pro Tag.
Im Schnitt habe Apple bisher pro Tag etwa eine Million Dollar mit
den Downloads eingenommen. Das US-Unternehmen behält von den Umsätzen
30 Prozent, die Entwickler bekommen 70 Prozent. Der Großteil der
meist kleinen Software-Anwendungen ist zudem kostenlos. Mittlerweile
gibt es im "App Store" auf Apples iTunes-Plattform bereits Hunderte
von Anwendungen. Mit den Programmen will Apple das iPhone als mobile
Computer-Plattform etablieren und den Verkauf der Geräte anheizen.
Ärger im Paradies.
Zuletzt hatte es auch Ärger gegeben: Ein deutscher Entwickler etwa
bot für 999,99 Dollar sein Programm "I Am Rich" (Ich bin reich) an,
das lediglich einen rot glitzernden Edelstein auf dem Bildschirm
anzeigte. Apple strich den kostspieligen Spaß inzwischen aus dem
Angebot.
Features
Erster Härtetest
Fotoserien
Fakten
Mit dem iPhone 3G wird die Sprechdauer auf 10 Stunden (in 2G-Netzen und fünf Stunden bei Verwendung von 3G) sowie auf bis zu fünf bis sechs Stunden Internet-





