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Zuletzt aktualisiert: 30.12.2007 um 06:51 Uhr

Vorsicht bei Onlineärzten

Reisemedizinische Beratungen im Internet haben ihre Risiken und Nebenwirkungen. Die Netzrecherche sollte nur für erste Informationen genutzt werden.

Viele User kosultieren das Internet

Foto © www.pixelio.deViele User kosultieren das Internet

Der Online-Doc kann die persönliche Beratung beim Arzt in aller Regel nicht ersetzen, wie Annette Schlegel vom Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften der Universität Hohenheim in Deutschland nach der Analyse von mehr als 100 Webseiten zum Thema Reisegesundheit berichtet. Vor allem Laien sollten sich demnach an Angeboten orientieren, die von staatlichen Einrichtungen oder Universitätskliniken per Link empfohlen würden.

Erste Orientierung. Wer sich über Gesundheitsrisiken, Impfschutz und Reisetipps informiere, solle vor allem darauf achten, ob die Angaben täglich aktualisiert, die Autoren ausreichend qualifiziert seien - und ob der Anbieter wirklich neutrale Interessen verfolge, betont Schlegel. Arzt und Internet könnten sich bei der Beratung durchaus sinnvoll ergänzen. So könnten Informationen aus dem Internet für die erste Orientierung über das Urlaubsland hilfreich sein. Beratung gehe hingegen individuell auf den Patienten ein und berücksichtige dessen persönlichen Gesundheitsrisiken.

Qualifikation. Zu Vorsicht rät die Expertin bei kommerziellen Angeboten unbekannter Anbieter: Oft sei unklar, wer hinter den Internet-Portalen stecke, was die Quellen und wer die Autoren seien. Viele Angebote entpuppten sich als unvollständig oder nicht auf dem aktuellsten Stand: "Länderdaten sind oftmals veraltet, oder Krankheitsbilder sind nur unzureichend dargestellt." Seriöse Angebote sollten außerdem aufzeigen, welche Interessen sie mit ihrer Seite verfolgen und welche Qualifikation ihre Autoren mitbringen."

Empfehlung. Die Ärztin empfiehlt daher vor allem staatliche und universitäre Stellen, die allerdings sehr fachspezifisch und für Laien oft unverständlich seien: "Viele arbeiten deshalb mit einem populärwissenschaftlichen Partner zusammen, auf dessen Seite sie weiter verlinken. Solche Angebote können dann in der Regel als seriös betrachtet werden."


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