Vorsicht bei Onlineärzten
Reisemedizinische Beratungen im Internet haben ihre Risiken und Nebenwirkungen. Die Netzrecherche sollte nur für erste Informationen genutzt werden.
Foto © www.pixelio.deViele User kosultieren das Internet
Der Online-Doc kann die
persönliche Beratung beim Arzt in aller Regel nicht ersetzen, wie
Annette Schlegel vom Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften der
Universität Hohenheim in Deutschland nach der Analyse von mehr als
100 Webseiten zum Thema Reisegesundheit berichtet. Vor allem Laien
sollten sich demnach an Angeboten orientieren, die von staatlichen
Einrichtungen oder Universitätskliniken per Link empfohlen würden.
Erste Orientierung. Wer sich über Gesundheitsrisiken, Impfschutz und Reisetipps informiere, solle vor allem darauf achten, ob die Angaben täglich
aktualisiert, die Autoren ausreichend qualifiziert seien - und ob der
Anbieter wirklich neutrale Interessen verfolge, betont Schlegel. Arzt
und Internet könnten sich bei der Beratung durchaus sinnvoll
ergänzen. So könnten Informationen aus dem Internet für die erste
Orientierung über das Urlaubsland hilfreich sein. Beratung gehe
hingegen individuell auf den Patienten ein und berücksichtige dessen
persönlichen Gesundheitsrisiken.
Qualifikation. Zu Vorsicht rät die Expertin bei kommerziellen Angeboten
unbekannter Anbieter: Oft sei unklar, wer hinter den
Internet-Portalen stecke, was die Quellen und wer die Autoren seien.
Viele Angebote entpuppten sich als unvollständig oder nicht auf dem
aktuellsten Stand: "Länderdaten sind oftmals veraltet, oder
Krankheitsbilder sind nur unzureichend dargestellt." Seriöse Angebote
sollten außerdem aufzeigen, welche Interessen sie mit ihrer Seite
verfolgen und welche Qualifikation ihre Autoren mitbringen."
Empfehlung. Die Ärztin empfiehlt daher vor allem staatliche und universitäre
Stellen, die allerdings sehr fachspezifisch und für Laien oft
unverständlich seien: "Viele arbeiten deshalb mit einem
populärwissenschaftlichen Partner zusammen, auf dessen Seite sie
weiter verlinken. Solche Angebote können dann in der Regel als seriös
betrachtet werden."










