Google will Wikipedia Konkurrenz machen
"Knol" nennt sich eine alternative Online-Enzyklopädie, die dem Wikipedia-Lexikon nun Konkurrenz machen soll.

Foto © APGoogle startet mit "Knol"
Google hat eine Wissensplattform
gestartet, die mit Wikipedia konkurriert: Knol steht nach einer
geschlossenen Testphase seit Mittwochabend (Ortszeit) allen Nutzern
zur Verfügung. Anders als im Online-Lexikon Wikipedia bearbeiten die
Nutzer die Artikel nicht kollektiv; stattdessen rückt der
Internet-Konzern einzelne Autoren in den Vordergrund. "Wir glauben,
dass man Web-Inhalte besser nutzen kann, wenn man weiß, wer was
geschrieben hat", schrieb Google im offiziellen Blog. Derzeit ist nur
eine englische Version verfügbar.
Unter eigenem Namen.
Google will Experten - beispielsweise Wissenschafter - auf die
Plattform locken, die anders als in der Wikipedia unter eigenem Namen
ihre Texte publizieren dürfen. "Es ist ihr Knol-Artikel, ihre Stimme,
ihre Meinung", heißt es im offiziellen Blog. Es könne dabei mehrere
Beiträge zum gleichen Thema geben. Vollständig auf die "Weisheit der
Massen" soll Knol aber nicht verzichten: Andere Nutzer können
Änderungsvorschläge machen. Wenn der Autor entschieden hat, ob er
diese annehmen möchte, erscheinen sie unter dem Artikel. Google nennt
dieses Verfahren "moderierte Zusammenarbeit".
Geld verdienen möglich.
Neben der Namensnennung besteht ein zusätzlicher Anreiz für
Autoren darin, dass sie Geld verdienen können: Wenn sie von Google
verkaufte Anzeigen im Kontext ihrer Artikel zulassen, erhalten sie
eine Umsatzbeteiligung.
Wales zurückhaltend.
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales äußerte sich gegenüber dem "Wall
Street Journal" zurückhaltend über den potenziellen Konkurrenten - es
sei noch zu früh, um die Chancen von Knol bewerten zu können. Er
erwarte jedoch, dass die Website mit "vielen Einzelmeinungen statt
Lexikon-Inhalten" aufwarten werde. Bisher bietet Knol einige hundert
Texte. Ein beträchtlicher Anteil behandelt medizinische Themen und
ist im wissenschaftlichen Stil verfasst.
Kein "Wikipedia-Killer"
Der Suchmaschinen-Konzern widersprach der Ansicht, er habe einen
"Wikipedia-Killer" schaffen wollen: "Google ist froh über den Erfolg
von Wikipedia", sagte der zuständige Projektmanager Cedric Dupont. Er
trat zudem Bedenken entgegen, Google werde seine Suche zugunsten des
eigenen Angebots verändern und die werbefreien Wikipedia-Artikel, die
derzeit häufig auf den Spitzenplätzen erscheinen, weiter nach hinten
verbannen. "Wir werden Knol wie andere Websites behandeln", erklärte
Dupont. "Wenn ein Knol-Artikel in der Suche auf Platz eins erscheint,
hat er es auch verdient."
Features
Google-Lexikon
"Knol" (Abkürzung für "knowledge") will durch Unterstützung von Fachleuten alternativen Internet-Lexika wie "wikipedia" den Kampf ansagen.
Fotoserien
Wiki-Wahn
Umfragen zeigen, dass mehr als ein Drittel der Internetnutzer in
den USA Wikipedia nutzt.
Sollte es Google gelingen, diese mit Knol zu
überzeugen, könnte es auf weitere massive Werbeeinnahmen durch seine
Seiten hoffen.










