15 Jahre SMS: "Ein nicht vorhersehbarer Siegeszug"
Vor 15 Jahren wurde das erste SMS versendet. "Seither hat SMS einen unglaublichen, in keiner Weise vorhersehbaren Siegeszug erlebt", sagte der Erfurter Handy-Forscher Joachim Höflich in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

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Am 3. Dezember 1992 hatte ein Techniker in Großbritannien die
erste Kurznachricht (Short Message) zu Testzwecken von einem Computer
an das Mobiltelefon eines Kollegen übertragen. Die Botschaft lautete:
"Merry Christmas". Der Short Message Service (SMS) war damals gar
nicht für die Kommunikation zwischen den Telefonnutzern gedacht.
Vielmehr wollte der Betreiber damit die Nutzer unter anderem über
Netzstörungen informieren. Deshalb wurde dieses Nebenprodukt auch
zunächst kostenlos angeboten.
Eine eigene Sprache.
Der Erfolg des Mediums sei angesichts der meist wenig
benutzerfreundlichen Funktion erstaunlich, sagte Höflich. Die
Tastatur sei klein, das Schreiben oft schwierig. "Dass es trotzdem so
eingeschlagen hat, ist auf die Jugendlichen zurückzuführen. Sie haben
es sehr schnell als ihr eigenes Medium angenommen. Sie können damit
weitgehend unkontrolliert von den Eltern kommunizieren, quasi unter
der Bettdecke Nachrichten empfangen und verschicken."
Junge Leute hätten auch eine unglaubliche Virtuosität beim
Schreiben von SMS-Texten und eine eigene Sprache entwickelt. "Nun
gut, die Texte sind oft eher profan: "Hab dich ganz doll lieb" oder
abgekürzt "hdgdl" wird da dem Empfänger mitgeteilt. Aber unser Alltag
ist ja auch überwiegend profan", meinte der Handy-Forscher.
Unterschiede.
Seit 1994 unterstützen alle Mobiltelefone Versand und Empfang der
Kurznachrichten. "Inzwischen ist es Alltag geworden. Unter Schülern
seien SMS mit den Zettelchen vergleichbar, die sich Mädchen und Buben
unter der Schulbank zusteckten. Oft würden sie auch gemeinsam
geschrieben und gelesen. Beim Verfassen der SMS gebe es große
geschlechtsspezifische Unterschiede. "Frauen schreiben nicht nur mehr
Briefe und Mails, sondern auch mehr, längere und schönere SMS", weiß
Höflich aus Studien. "Die Antworten der Männer fallen meist eher kurz
aus, etwa: "Ich dich auch, dein Otto"."
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Die SMS im bisherigen Format ist laut Höflich ein Auslaufmodell. "Wenn von jedem Handy Mails in beliebiger Länge versendet werden können, braucht es die Reduktion auf die 160 Zeichen nicht mehr."










