Neu in Italien: Heiligenbilder am Handy
Werden Heiligenbilder damit banalisiert, dass man versucht Jugendliche auf moderenem Weg die Religion näher zu bringen? Italienisches Unternehmen erhofft sich auf jeden Fall guten Umsatz mit seinem neuen Angebot.

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Wer in Italien den Himmel um Schutz bittet, braucht nur auf sein Handy zu blicken. Ab dieser Woche kann man sich nämlich Heiligenbilder direkt auf's Mobiltelefon schicken lassen. Für drei Euro erhält man einen Newsletter, der wöchentlich Heiligenbilder anbietet. Bestellt werden sie per SMS. Die Werbung dafür läuft im Fernsehen.
Gute Umsätze erwartet. Angeboten werden die elektronischen Heiligenbilder von einer Mailänder Gesellschaft, die üblicherweise Klingeltöne und Spiele offeriert. "Ich habe mich von meiner Mutter inspirieren lassen, die mir vor einer Reise immer ein Heiligenbild in den Koffer gelegt hat", sagte die 31-jährige Managerin Barbara Labate, die mit guten Umsätzen rechnet.
Jesus & der Papst. Handybesitzer stehen jetzt vor der Qual der Wahl: Angeboten werden Bilder der Muttergottes, von Jesus, von Johannes Paul II. und seinem Nachfolger Benedikt XVI. Auf das Handy kann man auch Bilder des Schutzengels sowie des Heiligen bekommen, dessen Name man trägt. Mit einer starken Nachfrage rechnet man für Italiens "Nationalheiligen" Pater Pio.
Pascal für Heiratsanträge. Heiligenbilder gibt es für jede Situation: Wer eine Reise unternimmt, sollte sich ein Bild des Heiligen Christophorus bestellen. Wer eine Prüfung bestehen will, kann sich an die Heilige Katharina von Siena wenden. Frauen, die auf einen Heiratsantrag hoffen, sollten sich ein Bild des Heiligen Pascal besorgen. "Heiligenbilder gibt es seit 600 Jahren und es wird immer welche geben. Man wird sie aber nicht mehr in der Tasche oder im Geldbeutel haben, sondern im Handy", meinte Labate.
Moderne Wege. Die Heiligenbilder via Handy sorgen für Debatten. Priester Antonio Mazzi, der oft im Fernsehen auftritt, begrüßte die Initiative: "Es ist gut, wenn man moderne Wege findet, um Jugendlichen die Religion näher zu bringen." Anderer Ansicht ist Bischof Lucio Soravico De Francesco, Mitglied der Kommission der italienischen Bischofskonferenz für den Glauben. "Man darf die Heiligen nicht banalisieren. Heiligkeit wird ausgenutzt, um Geld zu machen, dies ist verwerflich", sagte Soravico.










