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    Zuletzt aktualisiert: 28.11.2007 um 17:37 Uhr

    Greenpeace-Ranking wurde Nintendo zum Verhängnis

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat gerade den aktuellen Bericht des vierteljährlich erscheinenden "Leitfadens zur grünen Elektronik" veröffentlicht. Zum ersten Mal wurden auch Unternehmen unter die Lupe genommen, die TV-Geräte und Spielkonsolen produzieren.

    Null Punkte für Nintendo im neuen Bericht

    Foto © APNull Punkte für Nintendo im neuen Bericht

    Greenpeace-Ranking bekommt Zuwachs am unteren Ende: Dass nun auch Spielekonsolen getestet werden, wurde dem japanischen Hersteller Nintendo sogleich zum Verhängnis, der Konzern findet sich am untersten Ende der Skala mit null von zehn möglichen Punkten wieder. "Es ist eine schockierende Tatsache für uns, dass es für ein Unternehmen möglich ist, null Punkte zu erreichen", sagt Zeina Alhajj, Toxikologin bei Greenpeace, im Gespräch mit pressetext. Allerdings liefere Nintendo überhaupt keine Daten zu verwendeten Chemikalien oder Informationen zu Produktrücknahmeprogrammen für Kunden.

    Millionen-Verkäufe. "Wir haben uns anfänglich auf PCs und Handys konzentriert, weil diese Geräte üblicherweise einen sehr kurzen Produktlebenszyklus haben. Mit der nun stattfindenden Umstellung auf digitales Fernsehen werden jedoch viele TV-Geräte ausgewechselt und somit zu Müll. Wir wollen mit unserem Leitfaden nach und nach die gesamte Branche abdecken, weshalb wir diese Produkte nun erstmals berücksichtigen", erläutert Alhajj. Einen ähnlichen Grund hat die Aufnahme von Spielkonsolen. "Es handelt sich hierbei um einen mittlerweile sehr großen Markt, der zudem stark wächst." Im vergangenen Jahr wurden auf diesem Sektor über 62 Millionen Geräte verkauft.

    Zeitplan. Nur wenig besser als Nintendo schlugen sich die Konzerne Microsoft, Philips und Sharp. "Es ist jedoch gut zu sehen, dass Unternehmen wie Sharp und Microsoft zumindest einen Zeitplan dafür haben, Materialien wie PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihrer gesamten Produktion zu nehmen", meint Iza Kruszewska, Leiterin der internationalen Greenpeace-Kampagne. "Wir sehen bei allen Unternehmen, die sich aktuell am untersten Ende der Skala befinden Spielraum für Verbesserungen. Wir hoffen, dass die Unternehmen reagieren und sich bis zum nächsten Mal deutlich steigern werden", so Alhajj.

    Zitiert

    "Sehr positiv hat sich Toshiba entwickelt. Das Unternehmen hat einige Chemikalien aus seinen Produkten eliminiert. Man kann sagen, dass deren Laptops nun um einiges grüner sind".

    Spitze nicht gehalten. Im aktuellen Greenpeace-Report gab es zudem einen Wechsel an der Spitze. Handyhersteller Nokia wurde von Konkurrent Sony Ericsson abgelöst. Grund hierfür waren Strafpunkte, die von den Toxikologen an Nokia aber auch an Motorola vergeben wurden. Greenpeace testete die Produktrücknahme-Programme der Unternehmen in sechs Ländern, wo diese laut Homepage angeboten werden. "Die Nokia-Niederlassungen auf den Philippinen sowie in Thailand, Argentinien, Russland und Indien waren nicht über die angegebenen Programme informiert", berichtet Alhajj. Das Motorola-Personal war in Thailand, Indien und auf den Philippinen ebenfalls nicht in der Lage, Angaben über entsprechende Sammelstellen machen. Nokia stürzte auf Rang neun ab, Motorola landete auf Platz vierzehn.

    "Versprechen alleine werden künftig jedoch nicht mehr ausreichen, eine Topplatzierung zu halten", sagt Alhajj. Unternehmen, die eine Führungsposition im verantwortungsvollem Umgang mit der Umwelt einnehmen wollen, müssen ihre Produkte ohne Verwendung schädlicher Chemikalien fertigen. Des weiteren müssen sie Programme anbieten, in deren Rahmen alte Geräte zurückgenommen und entsprechende entsorgt werden, so die Greenpeace-Forderung.

    pte.at

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    Fakten

    In das Greenpeace-Ranking fließen neben dem tatsächlichem Verzicht auf giftige Materialien auch Programme mit ein, die zu einer sauberen Produktion führen sollen. So haben Apple, Pansonic, Samsung, Sharp und Sony mittlerweile versichert, PVC und bromierte Flammschutzmittel aus ihrer Produktion verbannt zu haben.

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