Neues Billigst-Paket: Telekom-Konkurrenten überlegen Klage
Mitbewerber der Telekom Austria prüfen Klage gegen Ex-Monopolisten.

Foto © APATelekom steht unter Druck
In der Telekombranche herrscht weiter helle Aufregung
um das neue Kombipaket der Telekom Austria zum Preis von 19,90 Euro
für Neukunden. Daran hat auch die teilweise Entschärfung der
Weihnachtsaktion durch die Telekom-Regulierungsbehörde nichts
geändert. In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Alternativen
Telekombetreiber und Internetanbieter wurde heute mit Verweis auf die
Kalkulation der Telekom Austria (TA) ein Ende der Grundgebühr
gefordert. Außerdem würden derzeit mehrere Anbieter überlegen, die
Telekom auf Schadenersatz zu klagen.
"Keinen Wert".
Laut der Berechnung der Telekom Austria für die einzelnen
Kostenkomponenten des TA-Paketes habe die Grundgebühr mittlerweile
"keinen Wert" mehr, so Tele2-Chef Robert Hackl. Die Folge sei, dass
der Ex-Monopolist Telekom den einzelnen österreichischen Haushalten
bis heute Zusatzkosten von jährlich 200 Euro verrechne, die nicht
gerechtfertigt seien. Hackl rechnete vor: Nimmt man für den
Internetdienst im Telekom-Paket den Basis-Tarif an, dann entfallen
17,90 Euro der 19,90 Euro Gesamtkosten alleine aufs Internet. Bleiben
für das Mobilfunk- und Festnetzangebot gerade mal zwei Euro über.
Alternativen.
All jenen, die meinen, die Alternativen wehren sich nur gegen ein
günstiges Angebot ihres wichtigsten Gegners, geben die Konkurrenten
der TA zu bedenken, dass es sich bei dem Telekom-Paket lediglich um
eine Weihnachtsaktion handle, der "Flurschaden" im Wettbewerb aber
weit länger anhalte. Darum gelte es auch, derartige Aktionen des
Ex-Monopolisten künftig zu unterbinden und wie von der EU angedacht
eine funktionelle Trennung zwischen der Netzinfrastruktur und den
Services einzuleiten. In Großbritannien habe das sehr gut
funktioniert, so UPC-Chef Roland Türke.
Vorwürfe.
Gemeinsam äußerten die Alternativen ihre Befürchtung, dass es
wieder zu einer Remonopolisierung des Telekommarktes kommen könnte.
Einmal mehr kritisierten sie Telekom-Regulator Georg Serentschy, dem
sie zu große Nähe zur Telekom Austria vorwerfen. Seit seiner
Amtsübernahme sei der Breitbandmarkt in Österreich im europäischen
Vergleich weit nach hinten gefallen und liege nun nur mehr vor
Portugal und Malta.
Wechsel.
Der Vertrag von Serentschy läuft Ende dieser Woche aus, heute
findet ein erstes Hearing für die Nachbesetzung statt. Wer auf der
Short-List steht, wird vom Verkehrsministerium nicht verraten.
Serentschy selbst gab keine Auskunft darüber, ob er nochmals
kandidiert. Gestern Abend hat sich allerdings ein Pionier der
Telekom-Liberalisierung als Kandidat geoutet: Robert Marschall, der
sich mit seiner Firma Tricotel unter anderem um die vierte
Handylizenz beworben hatte, die dann an tele.ring ging. Marschall ist
derzeit Geschäftsführer des Internetportals www.wien-konkret.at.
Features
Fakten
Die Telekom Austria AG ging 1998 aus der Post und Telekom Austria (PTA) hervor, welche wiederum 1996 aus der Post- und Telegraphenverwaltung (PTV) hervor ging. Im November 2000 erfolgte der Börsengang an der Wiener Börse und an der New York Stock Exchange (NYSE).










