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Zuletzt aktualisiert: 23.11.2007 um 08:23 Uhr

Neues Billigst-Paket: Telekom-Konkurrenten überlegen Klage

Mitbewerber der Telekom Austria prüfen Klage gegen Ex-Monopolisten.

Telekom steht unter Druck

Foto © APATelekom steht unter Druck

In der Telekombranche herrscht weiter helle Aufregung um das neue Kombipaket der Telekom Austria zum Preis von 19,90 Euro für Neukunden. Daran hat auch die teilweise Entschärfung der Weihnachtsaktion durch die Telekom-Regulierungsbehörde nichts geändert. In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Alternativen Telekombetreiber und Internetanbieter wurde heute mit Verweis auf die Kalkulation der Telekom Austria (TA) ein Ende der Grundgebühr gefordert. Außerdem würden derzeit mehrere Anbieter überlegen, die Telekom auf Schadenersatz zu klagen.

"Keinen Wert". Laut der Berechnung der Telekom Austria für die einzelnen Kostenkomponenten des TA-Paketes habe die Grundgebühr mittlerweile "keinen Wert" mehr, so Tele2-Chef Robert Hackl. Die Folge sei, dass der Ex-Monopolist Telekom den einzelnen österreichischen Haushalten bis heute Zusatzkosten von jährlich 200 Euro verrechne, die nicht gerechtfertigt seien. Hackl rechnete vor: Nimmt man für den Internetdienst im Telekom-Paket den Basis-Tarif an, dann entfallen 17,90 Euro der 19,90 Euro Gesamtkosten alleine aufs Internet. Bleiben für das Mobilfunk- und Festnetzangebot gerade mal zwei Euro über.

Alternativen. All jenen, die meinen, die Alternativen wehren sich nur gegen ein günstiges Angebot ihres wichtigsten Gegners, geben die Konkurrenten der TA zu bedenken, dass es sich bei dem Telekom-Paket lediglich um eine Weihnachtsaktion handle, der "Flurschaden" im Wettbewerb aber weit länger anhalte. Darum gelte es auch, derartige Aktionen des Ex-Monopolisten künftig zu unterbinden und wie von der EU angedacht eine funktionelle Trennung zwischen der Netzinfrastruktur und den Services einzuleiten. In Großbritannien habe das sehr gut funktioniert, so UPC-Chef Roland Türke.

Vorwürfe. Gemeinsam äußerten die Alternativen ihre Befürchtung, dass es wieder zu einer Remonopolisierung des Telekommarktes kommen könnte. Einmal mehr kritisierten sie Telekom-Regulator Georg Serentschy, dem sie zu große Nähe zur Telekom Austria vorwerfen. Seit seiner Amtsübernahme sei der Breitbandmarkt in Österreich im europäischen Vergleich weit nach hinten gefallen und liege nun nur mehr vor Portugal und Malta.

Wechsel. Der Vertrag von Serentschy läuft Ende dieser Woche aus, heute findet ein erstes Hearing für die Nachbesetzung statt. Wer auf der Short-List steht, wird vom Verkehrsministerium nicht verraten. Serentschy selbst gab keine Auskunft darüber, ob er nochmals kandidiert. Gestern Abend hat sich allerdings ein Pionier der Telekom-Liberalisierung als Kandidat geoutet: Robert Marschall, der sich mit seiner Firma Tricotel unter anderem um die vierte Handylizenz beworben hatte, die dann an tele.ring ging. Marschall ist derzeit Geschäftsführer des Internetportals www.wien-konkret.at.


Fakten

Die Telekom Austria AG ging 1998 aus der Post und Telekom Austria (PTA) hervor, welche wiederum 1996 aus der Post- und Telegraphenverwaltung (PTV) hervor ging. Im November 2000 erfolgte der Börsengang an der Wiener Börse und an der New York Stock Exchange (NYSE).

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