Student sollte 40.000 Euro für Download zahlen
Mobiles Internet im Ausland wird für viele zur Kostenfalle. Junger Mann lud mit seinem eigenen Laptop in Kroatien Filme herunter - eine astronomisch hohe Rechnung folgte.

Foto © APAchtung im Ausland: Das Surfen im Internet kann zu extrem hohen Kosten führen
Unser junger Leser war Anfang September für ein paar Tage in Kroatien. Als moderner Mensch hatte er auch seinen Laptop dabei. Und wie zu Hause auch, spielte er mit Freunden im Internet, lud sich Filme herunter, diverse Updates wurden automatisch durchgeführt.
Fünf Gigabyte um 40.000 Euro. Wieder in Österreich, wurden dem Studenten Internetzugang und Handy gesperrt. Da erst merkte er, dass etwas nicht in Ordnung sein musste. Wirklich geschockt war der Mann aber, als er erfuhr, welche konkreten Auswirkungen seine virtuelle Unordnung im realen Leben haben sollte: "Bei einem Telefonat mit meiner Handyfirma habe ich erfahren, dass ich fünf Gigabyte heruntergeladen habe. Das würde 30.000 bis 40.000 Euro kosten. Wenn das wahr ist, kann ich mein Studium an den Nagel hängen!"
Vorsicht beim Surfen im Ausland. "Die hohen Kosten sind nicht bei uns, sondern bei unserem kroatischen Partner als Roamingkosten entstanden", erklärte uns die Pressesprecherin des zuständigen Providers. Beim Surfen im Ausland sei extreme Vorsicht geboten; so hohe Summen wie hier kämen im Normalfall aber nicht zustande. Extremes Kundenverhalten und ein Systemfehler seien Schuld gewesen. Deshalb wurde der Kunde zu spät gewarnt und gesperrt. "Den Roamingpartner umzustimmen war nicht leicht", berichtete uns schließlich die Pressesprecherin vom glücklichen Ausgang der bedrohlichen Lage: Der Student kam mit nur 149 Euro Kosten davon.
Kulanzlösung. In einem anderen Fall mit einem anderen Provider nahm eine Kärntner Leserin Kinder und Laptop ebenfalls nach Kroatien mit. Die erste Rechnung in Höhe von 3861 Euro beglich sie "schweren Herzens". Mit der zweiten (2146 Euro) kam sie zu uns. Hier konnten wir in einer "einmaligen Kulanz" die Stornierung der Summe erreichen.
Features
Teures Datenroaming
- Die neue EU-Roamingverordnung, die seit Juni in Kraft ist, gilt nur für Auslands-Handytarife.
- Das Datenroaming, also Internet-Surfen im Ausland, verursacht nach wie vor hohe Kosten.
- Die Arbeiterkammer warnt vor ungewollt und unbemerktem Surfen in ausländischen Netzen.
- Die Experten raten zu manueller Netzwahl oder Deaktivierung des Roaming-Dienstes.
- Schwierig ist auch die Kontrolle des Datenverbrauchs. Laut AK funktioniert die Information zwischen den Roamingpartnern nur schleppend. Diese könne im Extremfall mehrere Wochen dauern.










