Klingeltöne als Kostenfalle für Jugendliche
Klingelton-Abos werden leicht zur Kostenfalle - vor allem Jugendliche müssen wegen der komplizierten Kündigungsregeln oft teuer bezahlen.

Foto © ScreenshotJamba wirkt ganz aggressiv mit Klingeltönen und Spielen zum Downloaden
Die Fernseh-Werbung auf einigen Sendern kennt fast kein anderes Thema mehr, als Klingelton, Charts und Display-Logos. Doch was in der Werbung oft verschwiegen wird: Ein Klingelton kann bis zu drei Euro kosten und sich auch langfristig auf die Rechnung niederschlagen. Denn ehe man sich versieht, ist aus einem einmaligen Download ein Klingelton-Abo geworden.
Wie kann das passieren? Ganz einfach, die 09x-Sms-Mehrwertdienstanbieter schreiben die Konsumentenschutzregeln nicht immer groß. Das zeigt ein AK-Test bei neun SMS-Mehrwertdienstanbietern. Flirt Chat, SMS.at, Krone Horoskop, Klingelton.com, Jamba, Dimoco/ATV-Website, ringtoneking, ZED und Dr. Logo wurden geprüft, die Mängelliste: Werben ohne Preis, das Doppelte des beworbenen Preises verrechnen oder komplizierte Codes wie Stoptopstar für Abo-Kündigungen statt ein einfaches erforderliches Stopp.
Was sein muss. "Der Test zeigt - einige Anbieter nehmen es mit den gesetzlichen Vorgaben und dem Service nicht so genau", sagt AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Wird für Mehrwert-SMS zum Beispiel in Zeitschriften oder im Internet geworben, ist neben der Rufnummer auch der Tarif und eine korrekte Dienstbeschreibung anzugeben. Bei Flirt Chat fehlte bei der Bewerbung die Tarifinformation.
Genau schauen. Die Konsumentenschützerin rät, auf die Einhaltung folgender Regeln zu achten: Bevor der Dienst genutzt wird, muss der Nutzer kostenlos über den Preis informiert werden und den Bestellvorgang jederzeit kostenlos abbrechen können. Bei Abos muss der Konsument jeweils in Zehn-Euro-Schritten erneut an den Preis erinnert werden. Ein Abo-Dienst darf nur dann verlängert werden, wenn die SMS vom Nutzer bestätigt wird.
Komplizierte Kündigung. Für einen Klingelton (ATV-Website/Dimoco) wurde nicht der beworbene Preis von drei Euro, sondern der doppelte von sechs Euro verlangt. Bei einer Bestellung (ringtoneking) wurde keine Preisinfo nach dem Verbrauch von zehn Euro versandt. Für einen nicht empfangenen Rington (klingelton.com) wurden zwei Euro verrechnet. "Manche Geräte sind für den Empfang ungeeignet. Die Anbieter können feststellen, ob das Handy passt oder nicht. Aber keiner schickte eine "SMS-Info", sagt Zimmer.
Schwierige Abmeldung. Auch das Kündigungs-System wurde kritisiert: Eine SMS mit "Stopp" oder "Stop" reicht aus, damit Nutzer jederzeit ihr Abo kostenlos beenden können. Darüber informieren die Anbieter nicht immer. Mehrere Dienste (darunter ringtoneking, Jamba) teilten per SMS Abmelde-Codewörter wie Stopsilver und Stoptopstar mit. Zimmer kritisiert, "dass für Langzeit-Abonnenten das Erinnerungsvermögen strapaziert wird, indem sie nach Monaten so schwierige Abmeldewörter parat haben sollen."










