SMS und Surfen im Ausland bald billiger?
EU-Kommission erhöht Druck auf Handynetzbetreiber, teils horrende Tarife für Datendienste im Ausland zu senken. Notfalls per Zwang.

Foto © APATelefonieren aus dem Ausland kann zum Horror für den Geldbeutel werden
60Prozent günstiger fallen Auslandsgespräche mit dem Handy in EU-Ländern seit einigen Wochen aus, nachdem die EU die Netzbetreiber zur Gebührensenkung (Roaming) zwangsverpflichtet hat. Während die Betreiber hier nun Umsatzeinbußen verzeichnen, verdienen sie sich mit SMS, MMS und mobilem Internet im Ausland weiterhin eine goldene Nase.
2700 Euro auf der Rechnung.
Das zeigt sich an Hunderten Beispielen, die vor allem Kunden in Grenznähe betreffen, die auf dem Laptop mobil im Internet surfen. Immer wieder melden sich empörte Leser bei der Kleinen Zeitung, die unbemerkt in einem ausländischen Netz gesurft sind und mit Rechnungen über Tausende Euro böse überrascht wurden. Eine Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass schon das Versenden von 150 Urlaubsbildern im Ausland bis zu 2700 Euro kosten kann.
Appell an die Betreiber.
"Skandalös" empfindet die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding derartig hohe Auslandstarife. Sie will nötigenfalls Ende 2008 auch für SMS und Datendienste Tarifobergrenzen einführen. "Das ist ein Appell an die Betreiber, die Preise zu senken, denn sie wissen selbst, dass sie zu hoch sind", so Reding. Man könne bis dato auch nicht beurteilen, ob die Netzbetreiber ihre Einbußen bei Gesprächstarifen im Ausland durch teurere SMS wettmachen wollen. Im Inland seien die Preise seit der Roaming-Verordnung nicht gestiegen.
"3" auf Seite der EU.
Als einziger heimischer Netzbetreiber stellt sich "3" auf die Seite der EU, was billige Datentarife betrifft. "3"-Chef Berthold Thoma hatte eine Obergrenze schon im Zuge der letzten Verordnung eingefordert.










