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Zuletzt aktualisiert: 14.09.2007 um 12:24 Uhr

Neues Mobilfunktsystem ermöglicht Gratis-Anrufe

Mit einer völlig neuen Technologie verbindet sich ein Handy mit dem nächsten in seiner Umgebung und wird damit völlig unabhängig von einem Provider. Das sogenannte "Mesh-Netzwerk" könnte das Ende von GSM-Netzen bedeuten.

TerraNet - jedes Handy verbindet sich mit den nächsten in seiner Umgebung

Foto © terranet.seTerraNet - jedes Handy verbindet sich mit den nächsten in seiner Umgebung

Das schwedische Unternehmen TerraNet hat eine Möglichkeit entwickelt, mobile Kommunikation ohne ein herkömmliches Mobilfunknetzwerk umzusetzen. Die Handys werden dabei in ein Peer-to-Peer-System eingebunden und vernetzen sich untereinander, berichtet BBC online. Der Grundgedanke ist ein sogenanntes Mesh-Netzwerk, eine dezentralisierte Infrastruktur, bei der jeder Knoten - in diesem Fall sind es die Mobiltelefone - nur soviel Leistung bringen muss, um sich mit dem nächsten zu verbinden. Der größte Vorteil der Technologie ist, dass Gespräche durch die Umgehung eines Providers kostenlos geführt werden können.

Entwicklung

Mesh-Netzwerke werden als nächste Entwicklungsstufe im Funknetzbereich gesehen. WLAN-Netzwerke decken oft nur kleine Bereiche wie eine Wohnung ab. Wireless Mesh Networks dagegen können genutzt werden, um die Flächendeckung zu erhöhen.

Funklöcher stopfen. Die Mesh-Technologie ist derzeit vor allem im WLAN-Bereich ein Hoffnungsträger. Mesh-fähige Geräte senden und empfangen Daten. Gleichzeitig nehmen sie Router-Funktionen wahr und leiten Daten an andere Clients weiter. Die Ingenieure wollen damit Funklöcher stopfen. Dieselbe Intention verfolgte Anders Carlius, der Gründer von TerraNet. Durch die Anwendung der Mesh-Technologie bei Mobiltelefonen, soll es selbst in Gebieten mit schwacher Mobilfunkversorgung möglich sein, Telefonate zu führen. Ein Anruf wird dabei solange von Telefon zu Telefon weitergeleitet, bis er das Zielgerät erreicht.

Für die Wüste. Carlius arbeitet seit 2002 an der Idee und konnte erste Projekte kürzlich in Tansania und Equador starten. Das System ist derzeit vor allem für Gebiete gedacht, in denen die Aufstellung von Basisstationen entweder nicht möglich oder schlicht unrentabel ist - beispielsweise in Wüstengebieten. "In manchen Gegenden in Afrika, Südamerika, Indien oder China können wir die Ersten sein, die den Menschen die Möglichkeit zur Kommunikation geben. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an Möglichkeiten, unsere Technologie anzuwenden", meint Carlius gegenüber pressetext.

Spezielle Geräte. Derzeit funktioniert das TerraNet-System nur mit speziellen Mobiltelefonen. Allerdings hofft Carlius, dass die Technologie künftig ähnlich wie Bluetooth als zusätzliche Funktion in handelsübliche Handys integriert wird. Weniger angetan von der TerraNet-Idee sind laut Carlius die großen Mobilfunkprovider. Der TerraNet-Gründer liefert zugleich die Begründung: "Peer-to-Peer-Kommunikation im Mobilfunk könnte möglicherweise das Ende der GSM-Netze bedeuten." Die Technologie sei nicht ausgereift und funktioniere nicht, lauten die Gegenargumente, die Carlius jedoch nicht gelten lässt. Er verweist auf den Telefonhersteller Ericsson, der bereits drei Mio. Pfund (4,4 Mio. Euro) in TerraNet investiert habe.

pte

So geht's

Mesh-fähige Geräte senden und empfangen Daten. Gleichzeitig nehmen sie Router-Funktionen wahr und leiten Daten an andere Clients weiter. Jeder Knoten muss nur soviel Leistung erbringen, dass er sich mit dem nächsten verbinden kann.

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