Commodore XX: Die Kultmarke ist zurück - und wie...
Nicht wenigen, die goldene "Heimcomputer"-Tage miterlebt haben, treibt die Erinnerung an "C64" und "Amiga" noch immer ein Tränchen in die Augen. Nun ist alles anders und neu im "Commodore-Land": Der Super-Spiele-PC XX ist da.

Foto © Commodore GamingDer Commodore XX: (Sündhaft teurer), bunter Neustart?
Falls es in der Geschichte ein Paradebeispiel für den ungebremsten Niedergang eines einst florierenden Computerherstellers gibt, dann ist es wohl jenes von Commodore International: Das Unternehmen, das in den 1980er- und auch noch in den frühen 1990er-Jahren den Markt für "Heimcomputer" dominierte, hauchte - nicht zuletzt wegen völlig vermurkster Firmenpolitik - 1994 offiziell sein Leben aus.
Insolvenz 1994. Sagenhafte 22 Millionen Einheiten des Heimcomputers C64 (Vorgänger war der "Volkscomputer" VC 20) wurden abgesetzt, erfolgreich waren auch die Amiga-Modelle, allesamt für ihre Zeit unbestritten geniale Spielecomputer (ernstzunehmende Konkurrenz stellte damals wohl nur Atari dar). Doch das Commodore-Marketing galt unter Experten schon gegen Ende der 1980er-Jahre allgemein als miserabel, Commodore International stürzte sich immer wieder konzeptlos in kostspielige Abenteuer. Ein grundlegender Wandel des Marktes trug zusätzlich seinen Teil zur Insolvenz am 29. April 1994 bei.
Wiedergeburt 2007. Die Firmengeschichte danach (falls es eine solche überhaupt gab) ist verwirrend und bis heute nicht restlos geklärt. Das einzige was über all die Jahre unbestritten schien, war der Fortbestand des Markennamens "Commodore", Wiederbelebungs-
versuche blieben allerdings erfolglos, der sehnlichste Wunsch vieler Nostalgiker unerfüllt. Umso erstaunlicher nun DIESE Wiedergeburt: Die Computerkette ALTERNATE vertreibt den Commodore XX von Commodore Gaming - das jüngst vorgestellte Gerät (es gibt auch eine deutlich abgespeckte Mittelklasse-Version) soll den Begriff "Gaming PC" neu definieren.
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Üppigst ausgestattet. Und die Eckdaten sind wirklich beeindruckend: Den Kern des Commodore XX bildet Intels mit 2,93 GHz getakteter Core 2 Extreme QX6800 mit vier Kernen und 8 MB Zwischenspeicher, in Sachen Arbeitsspeicher vertraut man auf die Dominator-Serie von Corsair, ein aufeinander abgestimmtes 2 x 2 GB-Speicherpaar sucht auf dem Markt wohl momentan seinesgleichen. Ähnlich hochgezüchtet die Grafikkarte: Gleich zwei NVIDIA GeForce 8800 ULTRA 768MB SLI-Grafikkarten sind hier am Werk, für zusätzlichen Spielgenuss sorgen Sound Blaster X-FI-Soundkarten von Creative.
Kein Schnäppchen. Der Name Commodore hat noch immer einen ganz speziellen Klang, wohl wie kaum ein anderer Computer-Hersteller der letzten 25 Jahren. Angesichts des astronomischen Preises von etwa 4.000 Euro bleibt freilich abzuwarten, wie erfolgreich die technische üppige Renaissance mit dem XX wirklich ausfallen wird. Als Nachteile wurden im Test zudem hörbare Betriebsgeräusche (trotz angeblich "optimaler Dämmtechnologie") und satter Stromverbrauch ausgemacht.
Bei alledem könnte natürlich auch der Nostalgie-Faktor mitspielen: Für viele waren es damals buntere, kreativere Spieletage - nicht zuletzt deshalb, könnte man sich ein tatsächliches Comeback jener Firma, die 1954 in Toronto als Schreibmaschinen-Hersteller ihre Anfänge hatte, zurückwünschen...
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"Der Commodore XX eliminiert nicht einfach die Grenze von Spiel und Realität, er definiert diese vollkommen neu", so die Produktwerbung vollmundig.











