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Zuletzt aktualisiert: 14.08.2007 um 14:23 Uhr

Der Mac wird zum Event-Manager

Apple präsentierte das neue "iLife". Video-, Sound- und Fotobearbeitung soll dadurch noch leichter und der Mac zu einem Allround-Studio werden.

Steve Jobs bei der Präsentation des neuen Produktes

Foto © APASteve Jobs bei der Präsentation des neuen Produktes

Vor sechs Jahren hat Steve Jobs den "digital lifestyle" ausgerufen. Was Apple damals mit den drei Anwendungen iTunes, iMovie und iDVD begann, nimmt jetzt konkretere Gestalt an. Denn neben einem iMac in einem schlanken Aluminium-Gehäuse hat das kalifornische Unternehmen auch eine neue Version des Programmpakets iLife vorgestellt, das bei Apple im Zentrum des "digitalen Lebensstils" steht.

Neue Funktionen. Neben der kostenlos verfügbaren Musiksoftware iTunes enthält iLife '08 fünf Anwendungen: iPhoto für die Verwaltung digitaler Bilder, iMovie für die persönliche Videothek, GarageBand zum Arrangieren eigener Musik, iWeb für die private Homepage und iDVD zum Erstellen von DVD-Menüs. Das Quintett erfüllt zwar nicht die Ansprüche von professioneller Software, bietet aber eine Vielzahl neuer Funktionen, die den Umgang mit Multimedia-Dateien vereinfachen und interessanter machen.

Rasche Verarbeitung. So wird der Mac mit iPhoto zum Event-Manager: Die Software ordnet die Bilder von der digitalen Kamera oder auf der Festplatte automatisch bestimmten Ereignissen zu, indem sie die Aufnahmedaten auswertet. Im Test brauchte ein iMac rund eine Stunde, um 10.000 Fotos mit hoher Auflösung in die iPhoto-Datenbank aufzunehmen und nach 211 Ereignissen zu sortieren. Jedes Ereignis wird als Fotostapel dargestellt, die oberste Aufnahme dafür kann man selbst bestimmen. Fährt man mit der Maus über einen Ereignis-Stapel, werden alle darin befindlichen Bilder angezeigt. Dies ermöglicht eine weit intuitivere Verwaltung als die starre Einteilung in Ordnern.

Individuelel Aufteilung möglich. Nach der automatischen Anordnung lassen sich Ereignisse auch individuell aufteilen, zusammenlegen oder neu bestimmen. Eine detailliertere Bildverwaltung ist weiter über Schlagwörter möglich, die mit einem Mausklick schnell zugeordnet sind. Die Schlagwörter kann man auch exportieren, so dass sie in anderen Programmen wie Aperture oder Photoshop nicht verloren gehen.

Show Einlage. Für die Bildbearbeitung stellt iPhoto Basisfunktionen zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Präsentation der Fotos, etwa in einer Dia-Show. Hierfür gibt es eine Reihe von ansprechenden Effekten, Begleitmusik kann aus der iTunes-Bibliothek ausgewählt werden. Möchte man in eine Dia-Show die pikanteren Aufnahmen von der Freundin am Strand nicht der Oma zeigen, kann man einzelne Fotos auch ausblenden.

Integriert. Die neuen Funktionen von iPhoto hat Apple auch in sein kostenpflichtiges Web-Angebot .Mac übertragen. Die im Foto festgehaltenen Ereignisse lassen sich in eine Webgalerie einstellen, die eine eigene Mail-Adresse erhält. Freunde können auf diese Weise über E-Mail eigene Fotos zur Web-Galerie beisteuern. Mit direkten Links zu einem Foto-Print-Service von Apple animiert iPhoto die Anwender zur Bestellung von Fotobüchern, Kalendern und Karten.

Vereinfacht. Ereignisse sind auch in der Video-Software iMovie eine zusätzliche Möglichkeit zum Verwalten von Filmen. Diese werden ebenfalls in einem Miniaturbild dargestellt, in dem man sich mit der Maus in den bewegten Szenen vor- und zurückbewegen kann. Die gewünschten Ausschnitte einer Filmaufnahme werden so mit der Maus markiert und in das Filmprojekt eingefügt. Das fertige Video kann auf DVD gebrannt, bei .Mac im eigenen Web-Space oder auch direkt in YouTube veröffentlicht werden.

Lückenhaft. Für eine individuellere Gestaltung eigener Webseiten steht iWeb bereit. Von iPhoto aus kann man die Fotos zu einem Ereignis oder ein selbst erstelltes Album auf eine Webseite exportieren. Dafür stehen verschiedene Vorlagen zur Verfügung. Damit die Besucher der Webseite über Änderungen auf dem Laufenden gehalten werden, wird gleich ein RSS-Feed integriert. Außerdem wird die Einbindung dynamischer Elemente wie eine Google-Map angeboten, was allerdings im Test noch nicht funktioniert hat.

"Schnittstelle". Zu iWeb gibt es auch eine Schnittstelle in GarageBand - diese Software will den Mac zum intuitiv bedienbaren Aufnahmestudio machen. Die neue Version vereinfacht das Schneiden und Arrangieren von Audio-Dateien. Die fertigen Werke können zu iTunes geschickt werden. Von dort aus geht es auf den iPod oder zu AppleTV, was den digitalen Lebensstil mit dem angebissenen Apfel abrundet. Ein Assistent unterstützt die Gestaltung von Podcasts mit Begleitmusik und integrierten Fotos.

Schnelles sichern. Mit dem Befehl "An iDVD senden" wird dieses Programm gestartet, um mit ausgewählten Fotos oder Videos eine DVD zu gestalten. Bei iDVD gibt es Vorlagen für Menüs, in die man mit der Maus einzelne Fotos aus iPhoto ziehen kann. Musik stellt iDVD ebenfalls aus iTunes bereit. Wenn alles arrangiert ist, kann mit dem Befehl "DVD brennen" die Produktion des digitalen Datenträgers beginnen.

Anforderungen. Das Programmpaket verlangt einen Intel- oder einen PowerPC-Mac mit MacOS ab 10.4.9. Die Software belegt etwa drei Gigabyte. Für aufwendige Multimedia-Projekte sollte der Arbeitsspeicher mindestens 1 GB groß sein. iLife '08 kostet im Fachhandel 79 Euro.


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