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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 um 12:55 Uhr

"Faschistische" Klingeltöne fürs Handy in Italien verboten

Mobilfunkgesellschaft TIM wurde wegen faschistischer Propaganda angezeigt: Mussolini-Lieder und andere Klingeltöne dieser Art konnte man sich auf der Webseite des Handybetreibers herunterladen.

Auf der Webseite von TIM warteten nicht nur harmlose Downloads

Foto © ScreenshotAuf der Webseite von TIM warteten nicht nur harmlose Downloads

Nach heftigen Protesten hat der italienische Mobilfunkbetreiber Telecom Italia Mobile (TIM) faschistische Lieder aus der Liste der Klingeltöne streichen müssen, die man fürs Handy herunterladen kann. Die Mobilfunkgesellschaft entschloss sich zu diesem Schritt, nachdem ein Linkspolitiker die TIM wegen der faschistischen Lieder angezeigt hatte. Der Verdacht lautet auf "Verherrlichung des Faschismus".

Mussolini-Gesang. Zur Liste der rund 500.000 Handy-Klingeltöne, die man von der TIM-Webseite herunterladen kann, zählt Faccetta Nera ("schwarzes Gesichtchen") ein anlässlich des Italienisch-Äthiopischen Krieges 1935 geschaffenen Marschliedes der italienischen Truppen. Es galt als Kampflied der faschistischen Bewegung Italiens und wird noch heute von den Anhängern des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und den Postfaschisten der Alleanza Nazionale gesungen. Hinzu konnte man Giovinezza ("Jugend"), die "Triumphhymne" der Faschistischen Partei Mussolinis, sowie andere Faschistische Kampflieder herunterladen.

Klage. "Es ist unbegreiflich, dass man so einfach Zugang zur faschistischen Hymne hat. Die Lieder aus der faschistischen Ära können als ideologische Propaganda verwendet werden", kritisierte der Linksdemokrat Enzo Foschi, der die Klage gegen die TIM eingereicht hat.


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