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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2007 um 11:01 Uhr

Unternehmen treiben Aktienkurse mit Spam-Mails hoch

Probleme mit Phishing-Mails konnte dank der Sicherheitssysteme von heimischen Banken eingedämmt werden. Sogenannte "Penny-Stock-Spams" bescheren aber ihren Versendern saftige Gewinne.

Mit "Penny Stock Mails" werden gewinnträchtige Investitionen und damit Aktiengewinne angekündigt

Foto ©

Lediglich eine von zehn elektronischen Nachrichten ist tatsächlich erwünscht und für den Empfänger brauchbar. Der Rest ist Müll. So lautet die Bilanz des Wiener Software-Experten Ikarus. Täglich werden in den Rechenzentren des Unternehmens rund zwölf Millionen E-Mails auf Viren, Trojaner oder sonstige unerwünschte Anhänge gescannt. Erfreulich ist der Rückgang von Problemen im Zusammenhang mit Phishing-Mails. Immer populärer wird hingegen das Verbreiten von Aktien-Spams, sagte Ikarus-Geschäftsführer Josef Pichlmayer.

Deutsche weniger vorsichtig. In erster Linie sei es der raschen Reaktion der heimischen Banken zu verdanken, dass die Probleme im Zusammenhang mit Phishing-Mails eingedämmt werden konnten. Dabei können Passwörter, Pin-Codes und Kreditkartennummern über gefälschte Online-Formulare in falsche Hände gelangen. Die Sicherheitssysteme der Online-Banking-Portale österreichischer Geldinstitute seien zum Beispiel jenen der Banken in Deutschland weit voraus, so Pichlmayer. Dort hat sich die Anzahl an Phishing-Mails im ersten Halbjahr 2007 verdoppelt.

Aktienkurse per Spam pushen. Denkbar einfach ist das Prinzip der so genannten "Penny-Stock-Spams". Ein findiger Versender kauft zunächst selbst größere Mengen einer billigen Aktie. Über die Aussendung von Spam-Mails wird eine - mitunter sehr plausibel klingende - Geschichte verbreitet, in der etwa gewinnträchtige bevorstehende Investitionen des betreffenden Unternehmens angekündigt werden. Je mehr Empfänger sich zum Kauf der Aktie entschließen, desto schneller steigt der Aktienkurs. Der ursprüngliche Versender kann seine Anteile zu einem günstigen Zeitpunkt abstoßen und so saftige Gewinne lukrieren. Im Durchschnitt betragen diese laut Auskunft von Ikarus knapp sechs Prozent, im Falle von Ausreißern bis zu 20 Prozent.

Neues Geschäftsmodell. Zunehmend werden Aktien-Spams auch im Auftrag von Unternehmen verschickt, die ihren Aktienkurs in die Höhe treiben möchten. Der Versender wird bei diesem "Geschäftsmodell" mit einer Provision am erzielten Kursgewinn beteiligt. Während eine derartige Vorgehensweise in Europa im Moment noch ohne rechtliche Konsequenzen möglich ist, bestehen in den USA bereits gesetzliche Regelungen, die dies zu einer strafbaren Handlung machen. In Österreich nähern sich derartige E-Mails mit mittlerweile 14 Prozent Anteil an der gesamten Spam-Masse den reinen Werbe-E-Mails an. Diese liegen mit 19 Prozent nach wie vor an der Spitze.


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