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Zuletzt aktualisiert: 18.06.2007 um 10:44 Uhr

eBay verschaffte Betrügern weiße Weste

Leichtes Spiel für eBay-Betrüger: Das Internet-Auktionshaus hat bei schwarzen Schafen die negativen Bewertungen gelöscht. So gelang es Abzockern im November 2006, weitere Käufer hinters Licht zu führen. eBay spricht von menschlichem Versagen.

eBay wurde selbst hinters Licht geführt

Foto © APeBay wurde selbst hinters Licht geführt

In einem Fall war ein zuvor wegen falschen Auktionen von eBay gesperrter Nutzer wieder freigeschaltet und seine negativen Bewertungen gelöscht worden. Eine Woche lang hat der damit wieder unverdächtig erscheinende Betrüger weitere Käufer getäuscht, so Markus Schwinn von der Privatinitiative "Falle-Internet.de". Auch in einem anderen Fall konnte ein Anbieter erfolgreich das eBay-Sicherheitsteam täuschen. Das Online-Auktionshaus begründet den Vorgang mit einer bedauerlichen Fehleinschätzung von Seiten des eigenen Sicherheitsteams. Private Verbraucherrechtler, die den Fall aufgedeckt hatten, sehen den Fall jedoch anders: eBay habe seine Kunden "ins offene Messer" laufen lassen.

Menschliches Versagen. eBay-Sprecherin Maike Fuest bestätigte die Vorwürfe, sprach jedoch von einem einmaligen Irrtum. Im Fall des zunächst gesperrten Anbieters habe das eBay-Sicherheitsteam fälschlicherweise angenommen, das Konto sei von einem Dritten für die Betrugsversuche missbraucht worden. "In einem solchen Fall ist es natürlich üblich, die durch den Missbrauch entstandenen negativen Bewertungen zu löschen," so die Sprecherin. Leider habe sich dies im Nachhinein als Fehleinschätzung herausgestellt.

Notebooks, Digitalkameras & Co. Vor allem hochwertige Notebooks, Digitalkameras und Mobiltelefone hatte der Anbieter unter dem Namen "firmex-world" über eBay verkauft. Zunächst war alles ganz glatt gelaufen: "firmex-world" lieferte die bestellte Ware prompt und sammelte damit positive Bewertungen. Dann platzierte der Anbieter im November vergangenen Jahres schlagartig mehrere hundert Auktionsartikel im Gesamtwert von mehr als 130.000 Euro, alle gegen Vorkasse. Dutzende Käufer tappten in die Falle. Auch das Sicherheitsteam des Auktionshauses wurde aufmerksam, sperrte den Account. Als "firmex-world" jedoch mit scheinbar glaubhaften Dokumenten die Existenz der Ware bestätigte, wurde das Konto wieder freigegeben – der Betrug ging weiter.

Neutralität nötig. Aber auch im zweiten Fall ist es dem Verkäufer offenbar gelungen, die Sicherheitsmaßnahmen des Auktionshauses geschickt zu umgehen. Der Anbieter mit den Namen "123georijs" handelte mit Computern und Navigationsgeräten im Wert von 50.000 Euro. Als auch hier das Sicherheitsteam Verdacht schöpfte, legte der Händler ebenfalls Nachweise über die angebotene Ware vor. Dass auch in diesem Fall negative Bewertungen gelöscht wurden, begründet Fuest mit der Neutralität von eBay gegenüber seinen Mitgliedern. "Sonst machen wir womöglich einem zu Unrecht beschuldigten Verkäufer das Geschäft kaputt." Ob eBay sowohl bei "firmex-world" als auch bei "123georijs" Fälschungen aufgesessen sei, wollte die Sprecherin indes nicht bestätigen. Jetzt hilft das Unternehmen der Polizei bei ihren Ermittlungen.


Fakten

Beide Betrüger hatten sich zuvor das eBay-Zertifikat "Geprüftes Mitglied" erschlichen, bei dem die Identität eines Händlers durch Überprüfung des Personalausweises festgestellt wird. Sowohl dieses Zertifikat als auch die Bewertungen durch andere Nutzer sind für eBay-Käufer wichtige Kriterien für die Vertrauenswürdigkeit der Auktionsanbieter.

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