Eine Million Safari-Downloads: Apple ködert Windows-User
Mit dem neuen Browser "Safari" will man wie mit iTunes die PC-Anhänger davon überzeugen, dass Programme von Apple eigentlich die bessere Alternative wären. Google freut's, schließlich arbeitet man seit dem iPhone eng mit Apple zusammen.

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Microsoft gegen Apple - Windows gegen Macintosh - kaum ein Wettstreit in der Computergeschichte wurde so emotional ausgetragen wie der Konkurrenzkampf zwischen den Firmengründern Bill Gates und Steve Jobs. Dabei ist Microsoft seit den 80er Jahren ein wichtiger Software-Lieferant für die Apple-Plattform - und Apple gehört mit seiner Musiksoftware iTunes zu den größten Software-Herstellern für Windows-PCs. Nach dem Erfolg von iTunes in der PC-Gemeinde will Apple nun ein weiteres Trojanisches Pferd auf den Windows-Desktop schieben: Der Browser Safari soll wie iTunes die PC-Anhänger davon überzeugen, wie elegant und leistungsfähig Programme von Apple sind - und ihnen langfristig einen kompletten Wechsel zu den Computern von Apple nahe legen.
Schon eine Million. Und es läuft nicht schlecht: Die Testversion von "Safari" ist innerhalb der ersten 48 Stunden schon mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden, teilte der kalifornische Computerkonzern mit. Der Safari-Browser war bisher nur für den Mac verfügbar. Zurzeit arbeiten die Apple-Entwickler an einer neuen Version, die im Oktober sowohl für das neue Mac-Betriebssystem MacOS X "Leopard" als auch für Windows des Konkurrenten Microsoft fertig gestellt sein soll. Bei der Beta-Version von Safari für Windows entdeckten Sicherheitsexperten mehrere Sicherheitslücken, die inzwischen mit einem Update behoben wurden.
Konkurrenz schläft nicht. Dabei sah die Startposition von Apple für einen neuen "Browserkrieg" nicht gerade ideal aus: Mit einem Marktanteil von 78 Prozent hat der Internet Explorer von Microsoft Konkurrenten wie Firefox oder Opera weit hinter sich gelassen. Die Mac-Variante des Internet-Programms Safari kommt nach Angaben von Apple lediglich auf fünf Prozent. Jobs hofft nun, dass mit der Popularität von iTunes auch dem Windows-Safari auf die Beine geholfen werden kann. "Wir zählen jeden Tag eine Million Downloads von iTunes, das ist das Doppelte der Downloadzahlen beim Firefox", sagte Jobs auf der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco.
Kooperation wartet. Google-Chef Eric Schmidt, der bei Apple im Aufsichtsrat (Board) sitzt, nahm unter den rund 5.000 Zuhörern im Moscone-Center die Ankündigung von Jobs mit einem breiten Grinsen auf. Der Browser-Vorstoß von Apple passt gut zur Strategie des Suchmaschinengiganten, Online-Programme wie Google Docs als Alternative zu den Produkten von Microsoft zu positionieren.
Neues iPhone
Google auf iPhone. Zuvor waren Apple und Google schon bei der Entwicklung des neuen Apple-Handys iPhone zusammengerückt. Für das Smartphone, das in den USA am 29. Juni auf den Markt kommt, hat der Suchmaschinenanbieter seine Kartenanwendung Google Maps modifiziert. Die Mehrzahl der Software-Entwickler im Apple-Umfeld wird dieses Privileg nicht in Anspruch nehmen können. Apple forderte die Programmierer auf, Anwendungen für Safari zu schreiben, die damit auch auf dem iPhone laufen würden. Die meisten Entwickler in San Francisco hatten sich im Vorfeld allerdings mehr versprochen und auf einen direkten Zugriff auf das Betriebssystem des iPhones gehofft.
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Nicht viel Neues
Enttäuscht wurden auch jene, die auf weitere Produktankündigungen von Apple spekuliert hatten. Doch der Zauberer Steve Jobs hatte weder ein neues Ultraleicht-Notebook noch einen neuen iMac im Zylinder.











