Kampf um die besten Köpfe
Weltweite Nachfrage nach Funkchips aus der Steiermark explodiert, doch die Hersteller haben ein Problem: Es fehlen Techniker.

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Spezialisten auf den Gebieten Elektrotechnik und Funkchips haben's derzeit gut, in der Steiermark. Gehören sie doch einer heftig umworbenen Berufsgruppe an. So kommt es nun bei Bewerbungsgesprächen zu einer Umkehrung der Vorzeichen - wo es vor allem die Unternehmen sind, die unbedingt im besten Licht dastehen wollen.
Der Hintergrund. Im Großraum Graz haben sich Unternehmen wie Infineon, NXP (vormals Philips) oder Austriamicrosystems in den letzten Jahren auf dem Gebiet der Funkchip-Entwicklung als Weltmarktführer etabliert. Ob im neuen Reisepass, in der Kreditkarte oder im Airbag eines Autos. Fast überall steckt Technik made in Styria. Die Wachstumstraten sind enorm, die Firmen bauen kräftig aus, doch ein Bereich bleibt dabei offenbar auf der Strecke: das Angebot an geeigneten Fachkräften. Dasselbe Problem hätten laut Arbeitsmarktservice Informationstechnologie-Firmen wie Atronic oder Efkon. "Wir haben so viele Stellen offen, dass wir gar nicht mehr alle einzeln inserieren können", sagt etwa NXP-Sprecher Alexander Tarzi. Von den derzeit 280 Mitarbeitern - zu 90 Prozent Uni-Absolventen - wurden heuer 40 neu eingestellt, im Vorjahr 90. "Und hundert suchen wir noch bis Jahresende", so Tarzi. Ganz oben auf der Gesucht-Liste: Physiker, Elektrotechniker.
Mitarbeiter "heranzüchten".
Dasselbe Bild bei Infineon: "Wir kämpfen um die besten Köpfe, das spüren wir in letzter Zeit verstärkt", sagt Christiana Zenkl. Für die Rekrutierung zuständig, hat sie derzeit alle Hände voll zu tun, österreichweit rund hundert offene Stellen zu besetzen. 15 fehlen in Graz, 60 in Villach. Auch hier dringend gesucht: Elektrotechniker, Mechatroniker, Physiker. Vom Niveau her "HTL-Matura aufwärts". Bei Infineon arbeiten Menschen aus 38 Nationen, bei NXP aus 29. "Es reicht schon längst nicht mehr, in heimischen Gefilden zu fischen", so Zenkl.
Eigenes Studuim.
Dennoch liegt Infineon, NXP und Austriamicrosystems gemeinsam viel daran, dass im Inland nach ihrem Bedarf ausgebildet wird. An der Technischen Uni Graz haben die drei einen Masterstudiengang für Chip-Design auf die Beine gestellt und finanziert. Auch werden Diplomarbeiten und Stipendien vergeben. Tarzi: "Wir vermitteln Wissen und hoffen, dass gute Leute anbeißen."










