Vietnam leidet unter langsamem Internet: Seekabel gestohlen
Internetnutzer in Vietnam leiden seit Wochen unter einer merkwürdigen Schwäche ihrer Datenverbindungen ins weltweite Netz. Nun scheint die Ursache gefunden: Diebe haben bereits im März ein elf Kilometer langes Glasfaserkabel gestohlen - aus dem Meer.

Foto © wikipedia.orgSchnelle Leitung wurde gekappt
"Das ist für unser Datensystem ein ernstes Problem", sagte am Mittwoch der Vizedirektor der vietnamesischen Telekomfirma VTI, Lan Quoc Cuong, und bestätigte den dreisten Diebstahl. Den Schaden schätzte er auf umgerechnet fast zwei Millionen Euro. Die Reparaturen an der Leitung werden vermutlich drei Monate dauern.
An Schrotthändler. Die Diebe haben das Kabel vermutlich mit Hilfe von Tauchern vom Meeresboden geholt und an Schrotthändler verkauft. Die Leitung gehörte zu einer von zwei Kabelverbindungen, die rund 82 Prozent der vietnamesischen Internet- und Telefonverbindungen abdecken. Wer genau den aufwendigen Diebstahl ausgeführt hat, ist nach Angaben der Polizei noch unklar.
Zu viele Kabel. Auf die Spur der Täter führte die Beamten ein Zufallsfund: In einem Küstenort brachten Ermittler ein Boot auf, dass 60 Tonnen Glasfaserkabel transportierte. Nur einen Tag zuvor hatten Polizisten drei andere Schiffe mit insgesamt 40 Tonnen Kabel entdeckt. Alle Boote gehören dem selben Mann.
500 Tonnen gestohlen. In Vietnam gibt es seit längerem ernste Schwierigkeiten mit Kabeldieben. Nach Polizeiangaben stellten Ermittler allein in diesem Jahr rund 500 Tonnen Leitungen sicher. Die Regierung hatte im August mit verschiedenen Firmen Verträge geschlossen, um alte Kupferkabel aus dem Meer zu bergen. Offenbar nutzten manche Geschäftsleute die Chance, dabei auch neue Kabel zu "bergen".
Features
Glasfaserkabel ...
... bestehen aus hochtransparenten Glasfasern (meist aus Siliziumdioxid), die mit einem Glas niedrigerer Brechung ummantelt sind. Der lichtführende Kern dient zum Übertragen des Signals. Der Mantel hat eine niedrigere optische Brechzahl als der Kern. Dennoch tritt ein Teil der Lichtwelle auch im Mantel auf, nicht jedoch an dessen Außenoberfläche.
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Da hilft nur Abwarten und Tee trinkenFoto © Reuters











