Betrügern im Internet aufgesessen
Landwirt überwies nach vermeintlicher Ersteigerung eines Traktors fast 18.000 Euro nach Riga. Betrüger täuschten Kunden mit gefälschter Ebay-Seite.

Foto © APAuch wertvolle Waren wechseln bei ebay den Besitzer
Unser Leser betreibt eine kleine Landwirtschaft und sucht seit einiger Zeit einen preiswerten
Traktor. Nachdem er in seiner näheren Umgebung nichts
fand, machte er sich in den Weiten des Internets auf die
Suche. Nach einiger Zeit wurde derMann dann auch fündig; beim bekannten Internet-Auktionshaus
"Ebay", wie er dachte.
Zuschlag. Ein Gefährt in seiner Preisklasse
wurde angeboten, er beteiligte
sich sofort an der Versteigerung
und erhielt auch für 17.500 Euro
den Zuschlag. "Glückwünsche,
das Einzelteil ist ihr. Bitte Bezahlung
jetzt!", wandte sich der angebliche
Besitzer des Traktors, ein Lette, in gebrochenem Deutsch an den Kaufwilligen.
Der Landwirt überwies die Kaufsumme auf eine Bank in Riga und der Handel war perfekt. Zumindest für die Betrüger, denen unser Leser nämlich aufgesessen
war. Auf den Traktor
wartete der Käufer vergeblich, sodass er schließlich Anzeige erstattete.
Konto aufgelöst. Doch die Gauner hatten
das Geld längst abgehoben, das Konto bereits wieder aufgelöst und waren untergetaucht. Der Betrogene war entsetzt darüber, wie einfach ihm sein Erspartes
abgenommen worden war und erwartete sich Hilfe und
Schadenersatz von Ebay. "Die
Seite hat für mich echt ausgesehen.
Ich habe gedacht, Ebay gibt
es auch in Lettland und ich überweise
das Geld auf ein Ebay-Konto
in Riga. Das schlechte Deutsch
hat mich nicht stutzig gemacht;
für einen Letten war das in Ordnung",
so der Mann, dem die Gauner zumKaufpreis auch noch
350 Euro für eine angebliche Versicherung
abgeknöpft hatten.
Eine Fälschung. "Dieser Kunde hat leider alles
falsch gemacht, was man bei einem
Internet-Handel nur falsch
machen kann", sagt hingegen der
Sicherheitsbeauftragte von Ebay-Österreich, Jörg Bartussek. Unser Leser ist einer so genannten
"Spoof"-Seite aufgesessen, einer "primitiven Fälschung", die laut Bartussek leicht zu erkennen gewesen wäre. Dazu hatten sich die
Online-Gangster auch noch die
Identität einer Damenmoden-Verkäuferin gekapert. Unter deren Namen, "Susi", haben sich die
Betrüger an den Landwirt herangemacht.
Klassischer Betrug. "Das ist mir gar nicht
aufgefallen", so der Betrogene. "Auch das hätte ein aufmerksamer Kunde sofort bemerken
müssen. Das ist so, wie wenn jemand
im Hinterzimmer eines
Spielzeuggeschäfts plötzlich
einen Ferrari verkaufen will", zieht Bartussek einen Vergleich. Es habe sich hier um einen
"klassischen Internet-Betrug" gehandelt,
bei dem der Käufer "grundlegende Sicherheitsvorkehrungen"
missachtet hätte. "Der Käufer hat eine Verantwortung,
die wir ihm nicht abnehmen
können", so der Ebay-Mann.
Features
Sicher handeln
- Wer auf Ebay handelt, sollte unbedingt den angebotenen Käuferschutz bzw. das Treuhandservice in Anspruch nehmen.
- Gefälschte Seiten können durch die Ebay-Toolbar (kostenlos herunterzuladen; bei Gefahr rotes Blinken) enttarnt werden.
- Besondere Sicherheit bietet der Handel mit "geprüften Mitgliedern". Deren Identität wurde von Ebay mittels Daten aus dem Melderegister verifiziert.
- Überzeugen Sie sich durch Nachfragen von der Seriosität Ihres Handelspartners. Verwenden Sie nur sichere Bezahlsysteme.
- Jede Sekunde werden auf Ebay sechs Millionen Artikel gehandelt. Die weit überwiegende Zahl davon fair und problemlos.










