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Zuletzt aktualisiert: 16.04.2007 um 12:44 Uhr

Betrügern im Internet aufgesessen

Landwirt überwies nach vermeintlicher Ersteigerung eines Traktors fast 18.000 Euro nach Riga. Betrüger täuschten Kunden mit gefälschter Ebay-Seite.

Auch wertvolle Waren wechseln bei ebay den Besitzer

Foto © APAuch wertvolle Waren wechseln bei ebay den Besitzer

Unser Leser betreibt eine kleine Landwirtschaft und sucht seit einiger Zeit einen preiswerten Traktor. Nachdem er in seiner näheren Umgebung nichts fand, machte er sich in den Weiten des Internets auf die Suche. Nach einiger Zeit wurde derMann dann auch fündig; beim bekannten Internet-Auktionshaus "Ebay", wie er dachte.

Zuschlag. Ein Gefährt in seiner Preisklasse wurde angeboten, er beteiligte sich sofort an der Versteigerung und erhielt auch für 17.500 Euro den Zuschlag. "Glückwünsche, das Einzelteil ist ihr. Bitte Bezahlung jetzt!", wandte sich der angebliche Besitzer des Traktors, ein Lette, in gebrochenem Deutsch an den Kaufwilligen. Der Landwirt überwies die Kaufsumme auf eine Bank in Riga und der Handel war perfekt. Zumindest für die Betrüger, denen unser Leser nämlich aufgesessen war. Auf den Traktor wartete der Käufer vergeblich, sodass er schließlich Anzeige erstattete.

Konto aufgelöst. Doch die Gauner hatten das Geld längst abgehoben, das Konto bereits wieder aufgelöst und waren untergetaucht. Der Betrogene war entsetzt darüber, wie einfach ihm sein Erspartes abgenommen worden war und erwartete sich Hilfe und Schadenersatz von Ebay. "Die Seite hat für mich echt ausgesehen. Ich habe gedacht, Ebay gibt es auch in Lettland und ich überweise das Geld auf ein Ebay-Konto in Riga. Das schlechte Deutsch hat mich nicht stutzig gemacht; für einen Letten war das in Ordnung", so der Mann, dem die Gauner zumKaufpreis auch noch 350 Euro für eine angebliche Versicherung abgeknöpft hatten.

Eine Fälschung. "Dieser Kunde hat leider alles falsch gemacht, was man bei einem Internet-Handel nur falsch machen kann", sagt hingegen der Sicherheitsbeauftragte von Ebay-Österreich, Jörg Bartussek. Unser Leser ist einer so genannten "Spoof"-Seite aufgesessen, einer "primitiven Fälschung", die laut Bartussek leicht zu erkennen gewesen wäre. Dazu hatten sich die Online-Gangster auch noch die Identität einer Damenmoden-Verkäuferin gekapert. Unter deren Namen, "Susi", haben sich die Betrüger an den Landwirt herangemacht.

Klassischer Betrug. "Das ist mir gar nicht aufgefallen", so der Betrogene. "Auch das hätte ein aufmerksamer Kunde sofort bemerken müssen. Das ist so, wie wenn jemand im Hinterzimmer eines Spielzeuggeschäfts plötzlich einen Ferrari verkaufen will", zieht Bartussek einen Vergleich. Es habe sich hier um einen "klassischen Internet-Betrug" gehandelt, bei dem der Käufer "grundlegende Sicherheitsvorkehrungen" missachtet hätte. "Der Käufer hat eine Verantwortung, die wir ihm nicht abnehmen können", so der Ebay-Mann.


Sicher handeln

  • Wer auf Ebay handelt, sollte unbedingt den angebotenen Käuferschutz bzw. das Treuhandservice in Anspruch nehmen.
  • Gefälschte Seiten können durch die Ebay-Toolbar (kostenlos herunterzuladen; bei Gefahr rotes Blinken) enttarnt werden.
  • Besondere Sicherheit bietet der Handel mit "geprüften Mitgliedern". Deren Identität wurde von Ebay mittels Daten aus dem Melderegister verifiziert.
  • Überzeugen Sie sich durch Nachfragen von der Seriosität Ihres Handelspartners. Verwenden Sie nur sichere Bezahlsysteme.
  • Jede Sekunde werden auf Ebay sechs Millionen Artikel gehandelt. Die weit überwiegende Zahl davon fair und problemlos.

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